Kein Anstieg des Konsums:
Dekriminalisierung von Drogen in Portugal

portugDas unabhängige Forschungsinstitut Cato hat eine Studie über die Folgen eines neuen Ansatzes der Drogenpolitik in Portugal veröffentlicht. Der “Thinktank” mit Sitz in Washington veröffentlichte seine Ergebnisse Anfang April 2009.

In dem westeuropäischen Land wurde im Juni 2001 der Besitz aller illegalisierter Drogen “dekriminalisiert”. Er wurde also nicht legalisiert, aber nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Verstöße werden – wenn überhaupt – als Ordnungswidrigkeit geandet. Die knapp 40-seitigen Studie “Drug Decriminalization in Portugal: Lessons for Creating Fair and Successful Drug Policies” (pdf) zeigt, dass nach sieben Jahren der Quasi-Legalisierung kein Anstieg des Drogenkomsums in der Bevölkerung zu beobachten ist.

Siehe auch den Artikel bei TIME: Drugs in Portugal: Did Decriminalization Work?

Update (19.5.09): Das Blog LibCon zieht die Ergebnisse der Cato-Studie in Zweifel.


Der Drogenkrieg an der USA/Mexiko-Grenze

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In einem Hintergrundbericht beim Deutschlandfunk – Mörderisch erfolglos (25-04-09) -wird von dem anhaltenden Drogenkrieg an der Grenze zwischen den USA und Mexiko berichtet. Dort wird unter anderem auf die ökonomischen Interessen der Waffenlobby in den USA verwiesen: “Von mehr als 107.000 Waffengeschäften im Land liegen 12.000 nahe der Grenze zwischen den USA und Mexiko.”

Im  Blog “Act Now” (The Nation) erinnert Peter Rothberg an die “Inter-American Convention Against the Illicit Manufacturing of and Trafficking in Firearms, Ammunition, Explosives and other Related Items” (span. Abkürzung: CIFTA). Die USA gehören zu fünf von 35 Staaten der Organisation of the Americans (OAS), die das Vertragswerk nicht ratifiziert haben.

Um den Hintergrund des Marijuana Tax Act, der Ende der 30er-Jahre die Drogenprohibiton in den USA festschrieb, findet sich in der aktuellen Ausgabe von “The Nation” der Beitrag “Blowback at the Border“.

Interaktive Karte der Los Angeles Times zum Thema (siehe Bild) hier.


Überblick über die aktuelle
Legalisierungs-Diskussion in den USA

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In den letzten Monaten nahm die Diskussion über die Legalisierung, zumindest von Cannabis, in den USA zu. Als Gründe sind – neben der drogenbedingten hohen Gefängnispopulation im Land selbst – der Krieg in Afghanistan (Opium/Heroin) und der Drogenkrieg in Mexiko an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu nennen. Weiter gibt es neue Entwicklungen in Sachen Nutzung von medizinischem Cannabis.

Das renommierte Time Magazine widmete Anfang April 2009 gleich drei Beiträge dem Thema: Im Beitrag Why Legalizing Marijuana makes Sense erinnert der Autor daran, dass fast 50 Prozent aller Verhaftungen in den USA im Zusammenhang mit Cannabis stehen; mit fünf Prozent Anteil an der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent aller Gefängnisinsassen seien die USA der “kriminellste” Staat der Erde (mehr zum US-Strafsystem bei PEW-Center und Sentencing Project). Rund 100 Millionen Einwohner der USA haben in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert, heißt es bei drugscience.org.

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UK-Studie: Milliarden sparen durch Legalisierung

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Die britische NGO Transform hat heute eine Studie über die möglichen Kostenersparnisse durch eine Legalisierung und Regulierung der derzeit illegalisierten Drogen veröffentlicht.

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Kurzfilm: Kolumbien – War on Drugs, War on people

Die NGO Witness for Peace hat einen 25-minütigen Kurzfilm “Shoveling Water” produziert. Der englischsprachige Streifen führt auf die Koka-Plantagen mitten in Kolumbien. U.a. geht es um die Folgen des Besprühens der Region mit Pflanzengift aus der Luft.


Drogen- und Entwicklungspolitik in Laos

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Diplomarbeit von 2003 – zum Download:

Zwischen Zuckerbrot und Peitsche

Die grundlegenden Fragestellungen dieser Arbeit lauten: Wie funktioniert Drogenkontrolle? Und warum gehören manche Drogen kontrolliert? Die Antworten, die diese Arbeit liefern will, beziehen sich auf Aspekte der Drogenkontrolle in den Anbauländer von Drogenpflanzen. Als Beispiel dient in diesem Fall Laos in Südostasien mit seiner Opiumproduktion. Durch die verschiedenen Verfahren der Drogenkontrolle, die den Staat und das Leben der Bewohner „entwickeln“ wollen, soll Laos „drogenfrei“ werden. Als Ursache für den Anbau von Drogenpflanzen ist Armut als maßgeblicher Faktor identifiziert worden. Armutsbekämpfung sei gleich Drogenbekämfpung und umgekehrt, heisst es.

Die angewendeten Verfahrensweisen zur Drogenkontrolle lassen sich in drei Gruppen aufteilen: genuine Entwicklungsstrategien, wie ländliche Entwicklung und Pflanzensubstitution; repressive Massnahmen, wie Feldervernichtung und Bestrafung; drittens Programme zur Prävention und für den Entzug von Abhängigen. Das Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen (UNDCP – heute UNODC) wandert auf einem Grat zwischen „Entwicklung“ und Repression. Es bietet Zuckerbrot und lässt mit der Peitsche drohen, um sein vorrangiges Ziel zu erreichen: die Ausrottung der jeweiligen Drogenpflanze.

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