Entwicklungspolitisches Magazin: Schwerpunkt Drogen

Das entwicklungspolitische Magazin “welt-sichten” widmete Ende 2008 eine Ausgabe dem Schwerpunkt “Drogen” mit dem Untertitel: “Profit, Gewalt und Politik”. Die Artikel sind online abrufbar, siehe unten.

welt-sichten stammt dem Kreis der kirchlichen Entwicklungsorganisationen in Deutschland und versteht sich der Ökumene verpflichtet. Es ist der Nachfolger von “Der Überblick”  und “Eins” (vormals “Zeitschrift Entwicklungspolitik und davor “epd-Entwicklungspolitik”). Von diesen eingestellten Publikationen liegen Online-Archive vor.

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Reader zu Harm Reduction in der EU

readerAus Portugal kam diesen April eine Veröffentlichung auf Englisch, die dankenswerter Weise online frei verfügbar ist: “Harm reduction: evidence, impacts and challenges“. Schlappe 470 Seiten weißt diese Aufsatzsammlung auf. Sie gibt in 16 Kapiteln einen Überblick über die Entwicklung des Schadensminderungskonzepts in der EU in den vergangenen 20 Jahren.

Herausgeber des Werks ist “The European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA)” in Lissabon – eine Einrichtung der EU. Es veröffentlicht diverse Reihen, neben Monographien wie zur Schadensminderung werden etwa auch methodische Handbücher (z.B. zur Erforschung von Drogenpreisen) herausgegeben.


Blaupause für die Nachkriegszeit

blueprintAuf gut 200 Seiten breitet die britische NGO Transform ein Szenario für die Zeit nach dem Krieg gegen die Drogen aus: Blueprint for Regulation (pdf – auf Englisch | Creative Commons Lizenz).

Nach einer Bestandsaufnahme der herrschenden Drogenpolitik werden fünf Szenarien der Regulierung von den derzeit illegalisierten Drogen beschrieben. Weiter wird detailiert auf die Regulierungsaspekte eingegangen: Wie wird die Produktion, der Handel etc. organisiert und kontrolliert?

Zentral bei einem solchem Legalisierungsvorhaben sind die herrschenden Gesetze: Transform geht auf die internationale und lokalen Gesetzgebungen ein und schildert ein mögliches Vorgehen, diese an einen Regulierungsprozess anzupassen.

Schließlich wird noch auf bestehende Beispiele der Regulierung von Drogen eingegangen: Alkohol, Tabak, Cannabis, Aufputschmittel, Psychopharmaka, Depressiva.

Transform hat auch einige Statements zum Thema auf Video gesammelt.

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Übersetzter Legalisierungs-Appell

Der britische Gelehrte John N. Gray hat im September den Beitrag “The case for legalising all drugs is unanswerable” in der englischen Zeitung Observer den Beitrag verfasst. Der erschien nun in einer Übersetzung in der dt. Wochenzeitung Zeit: Unter der Überschrift “Gebt die Drogen frei!” stellt Gray unter anderem fest: “Der Kreuzzug gegen die Drogen wird als eine der größten Torheiten der Neuzeit in die Geschichte eingehen.”


Kurzfilm: Kolumbien – War on Drugs, War on people

Die NGO Witness for Peace hat einen 25-minütigen Kurzfilm “Shoveling Water” produziert. Der englischsprachige Streifen führt auf die Koka-Plantagen mitten in Kolumbien. U.a. geht es um die Folgen des Besprühens der Region mit Pflanzengift aus der Luft.


Zeitschrift: Narcotics in China and Eurasia

Zwar schon gut ein Jahr alt, aber weiterhin interessant: Die Webzeitschrift Central and Eurasia Forum Quaterly vom Februar 2006 hat den Schwerpunkt “Narcotics” (pdf). Enthalten sind beispielsweise Beiträge über die Logistik des Opiumhandels in Zentralasien, die afghanische Opiumproduktion sowie HIV/Aids in China.


Drogenkrieg in Mexiko

Die Berliner Wochenzeitung Jungle World hat in ihrer Ausgabe vom 11.4.07 den Schwerpunkt Drogenkrieg in Mexiko gewählt.

Er besteht aus folgenden fünf Artikeln:

Die Schwalbe sucht den Schnee
Der »Krieg gegen die Drogen« hat in Lateinamerika lediglich neue Handelsrouten eröffnet und das repressive Vorgehen gegen ländliche Produzenten und kleine Händler verstärkt. von nils brock und thilo f. papacek

Ein Lied für El Chapo
Die großen Drogenhändler Mexikos sind gesellschaftlich integriert. Die staatliche Repression ist meist Teil des Konkurrenzkampfs der Kartelle. von wolf-dieter vogel, mexiko-stadt

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Archive: Drugtext und Drug Policy Alliance

Drugtext.org stammt wohl noch aus der Steinzeit des Internets, ist aber dennoch eine ergiebige Quelle für englischsprachige Texte rund um Drogen(-forschung). Allerdings muss man sich durch Listen kämpfen und kann scheinbar keine Suchbegriffe eingeben.

Da macht es einem die Lindesmith Library einfacher: Sie versammelt rund 10.000 Schriftstücke zum Thema in einer Bücherei in New York; elektronische Texte können über die Suchmaske im Menüpunkt “Doc Type” angesteuert werden. Diese stammen meist von der Drug Policy Alliance (DPA) – deren Veröffentlichungen finden sich auch hier. Im Jahr 2000 ging DPA aus der Vereinigung des 1994 gegründeten Lindesmith Center mit der Drug Policy Foundation, gegründet 1987, hervor. Die “Alliance” scheint eine finanziell recht gut ausgestattete Stiftung zu sein, die für eine Reform der Drogenpolitik in den USA streitet – interessant ist auch das Blog auf der Website.


Broschüre über Khat, Cannabis, Opium, Alkohol und Tabak

Die dänische Einrichtung id21insights, gefördet vom dänischen Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, widmet ihre Zeitschrift (txt/pdf) vom Februar 2007 dem Thema Drogen und Entwicklung. Sie beginnt mit einem Übersichtsartikel von David Mansfield, einem renommierten Berater im entwicklungspolitischen Drogenbereich, der bemängelt, dass oft die enorme Armut der Drogenbauern nicht in Betracht bezogen wird. Die weiteren englischsprachigen Beiträge behandeln die Themen Cannabis in der Karibik, Khat in Ostafrika, Drogenkonsum in Südostasien, Tabak, Alkohol in Afrika und Drogenkonsum in Afghanistan


Website: CEDRO – Centrum for Drug Research

Leider wurde das Zentrum für Drogenforschung – CEDRO – an der Amsterdamer Universität 2004 geschlossen. Doch besteht die Website der Einrichtung weiter. Es finden sich in der “Libary” etliche Artikel aus den Jahren 1996 bis 2004 zur Drogenforschung- hauptsächlich auf Englisch, Niederländisch – aber auch Französisch, Spanisch und Deutsch. Der Bookstore bietet Restexemplare von Publikation des Instituts an, die kostenlos zugeschickt werden. Das Institut wurde von dem mittlerweile pensionierten Peter Cohen geleitet, der den Begriff “Drug-Prohibition Church ” (Artikel auf Deutsch) für das UN-Drogensystem prägte.