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	<title>Internationale Drogenpolitik &#187; Cannabis</title>
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	<description>Über Prohibition &#38; Entwicklungspolitik</description>
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		<title>Schizophrenie um eine Pflanze &#8211; Opium und Drogenpolitik in Indien</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 06:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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		<category><![CDATA[Alternative Development]]></category>
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Das Verbot des Anbaus von Opium bringt indische Bauern in Existenznot. In drei Bundesstaaten jedoch pflanzen zehntausende Landwirte mit Erlaubnis der Regierung und der Vereinten Nationen Mohn für die Pharmaindustrie an. Eine Reise zum indischen Himalaya und den Absurditäten internationaler Drogenpolitik.
In der Ferne ragen die Gipfel des Himalaya empor. Auf 2.000 Metern Höhe braust O.P. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-421 alignnone" title="nordindien Thirtukhodi Himachal Pradesh" src="http://www.dropo.net/wp-content/uploads/2010/07/nordindien.jpg" alt="nordindien" width="480" height="328" /></p>
<p><strong>Das Verbot des Anbaus von Opium bringt indische Bauern in Existenznot. In drei Bundesstaaten jedoch pflanzen zehntausende Landwirte mit Erlaubnis der Regierung und der Vereinten Nationen Mohn für die Pharmaindustrie an. Eine Reise zum indischen Himalaya und den Absurditäten internationaler Drogenpolitik</strong>.</p>
<p>In der Ferne ragen die Gipfel des Himalaya empor. Auf 2.000 Metern Höhe braust O.P. Sharma mit seinem Suzuki Kleinwagen an Flüssen entlang und Serpentinen hinauf. Hinten im Wagen sitzt ein mit einer Pistole bewaffneter Polizist; seit zwei Jahren begleitet er Om Prakash Sharma &#8211; kurz &#8220;Oh Pee&#8221; &#8211; bei seinen Fahrten durch die Berge des Bundesstaates Himachal Pradesh. Sharma war bis vor einiger Zeit noch Drogenfahnder beim indischen Narcotics Control Bureau (NCB). Wenn er jetzt Dörfer besucht, um dort die Bäuerinnen und Bauern über Alternativen zum Anbau von Cannabis und Opium zu beraten, kann es zu Problemen kommen. Immerhin mischt sich Sharma hier in ein lukratives Geschäft ein; bei den Drogenhändlern ist er daher nicht gern gesehen.</p>
<p><span id="more-419"></span></p>
<p>Opium ist ein einzigartiges Agrarprodukt. Sein Anbau wird vom Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen in Wien (INCB) planwirtschaftlich betrieben. Der Rat regelt den Vertrieb organischer und chemischer Substanzen, die den UNO-Drogenkonventionen unterliegen. Regierungen müssen dem Rat den jährlichen Bedarf ihrer medizinischen Einrichtungen und Pharmaunternehmen melden. Luxemburg beispielsweise wird im Jahr 2010 sechs Kilogramm Morphium benötigen, der Nachbar Deutschland nahezu zwei Tonnen. Der INCB gilt in Kreisen von NGOs, die sich kritisch mit der internationalen Drogenpolitik auseinandersetzen, als äußerst konservativ &#8211; als Hohepriester der Drogenprohibition wird der Rat dort kritisiert. Denn in den jährlichen Berichten der Einrichtung wird jedes Abweichen von der harten Verbotslinie gegeißelt; so wird etwa das Verteilen von sterilen Spritzen in Gefängnissen als Aufforderung zum Drogenkonsum gedeutet.</p>
<p>Doch Wien ist weit weg von Nordindien. Was dort auf Konferenzen von so genannten Experten in Gesetzesform gegossen wurde, äußert sich hier im Hochland in Polizeieinsätzen und im Zerstören von Mohn- und Cannabisfeldern.</p>
<p>Sharmas Kleinwagen biegt von der Hauptstraße ab. Auf einer holprigen Asphaltstraße geht es über einen Pass &#8211; auf etwa 2.500 Meter Höhe &#8211; dann hinab in das Churah-Tal. &#8220;Vor einigen Jahren war hier um diese Zeit alles voller Opiumpflanzen&#8221;, meint Sharma und deutet hinunter. Doch in diesem Frühjahr sind die Felder auf den Terrassen, die sich an die bewaldeten Hänge schmiegen, kahl. Hier und da sieht man Menschen, die Kartoffeln und anderes Gemüse pflanzen. Ob das die Folge der Polizeiaktionen gegen den Drogenanbau ist? Oder liegt es eher an der Entscheidung der Drogenhändler, von der man Munkeln hört? Gerüchten zufolge soll dieses Jahr in der gesamten Region kein Opium angebaut werden, um die Polizei zu beruhigen.</p>
<p>Den reinen Verbotsansatz hält Sharma mittlerweile für kontraproduktiv. Denn nach der Durchsetzung der Drogenprohibition stehen die Landwirte wirtschaftlich ruiniert da. Sharma setzt auf &#8220;Alternative Development&#8221;. Kein neues Konzept: In den Drogenanbaugebieten Südostasiens und Lateinamerikas sowie in Afghanistan wird es seit langem praktiziert &#8211; mit wenig anhaltendem Erfolg: Waren die Entwicklungsorganisationen mit ihrem Geld nach Ablauf der Projektphase wieder weg, war es meist auch mit der &#8220;alternativen Entwicklung&#8221; vorbei. Sharmas Ansatz ist allerdings ein anderer. Er kennt die Gegend, die Leute und die lokalen Dialekte. Er bringt den Gottheiten der Dörfer seinen Respekt entgegen und wird nicht müde, immer wieder mit den Landwirten zu reden und ihnen klar zu machen, worum es geht. &#8220;Das ist nicht einfach&#8221;, stellt Sharma fest, manchmal fehle die Bildungsgrundlage, um das Konzept zu begreifen. &#8220;Auch müssen Jahrhunderte alte Vorstellungen durchbrochen werden&#8221;, sagt der Anfang 40-Jährige. Letztlich betreibt er Hilfe zur Selbsthilfe und versucht mit den Genossenschaften kollektive Strukturen aufzubauen. Die sollen sich nach und nach selbst tragen und nicht auf finanzielle Hilfe von außen angewiesen sein.</p>
<p>Traditionell wurde und wird Opium in Teilen Indiens als Heil- und Schmerzmittel sowie für religiöse Riten genutzt. Doch offiziell gibt es in Indien kaum illegalen Anbau; dabei wird nicht nur im Norden des Subkontinents, sondern wohl auch in den von &#8220;maoistischen&#8221; Naxaliten (woxx 1041) gehaltenen Gebieten Mohn angepflanzt. Das gilt ebenso für die nordöstlichen indischen Bundesstaaten mit ihren zahlreichen lokalen Aufstandsbewegungen und ihrer Grenze zu Burma/Myanmar.</p>
<p>Der bereits erwähnte Suchtstoffkontrollrat räumt Indien eine Sonderstellung ein. Nach Afghanistan sind Australien und Frankreich die größten Produzenten von Schlafmohn; dort wird die Pflanze per Mähdrescher geerntet und chemisch weiterverarbeitet. Als viertes in der Reihe der Anbauländer dürfte dann schon Indien kommen. Nur dort wird legal per Hand Rohopium gewonnen. Rund 500 Tonnen ernteten 45.000 lizenzierte Bäuerinnen und Bauern in der Saison 2008/09 in den drei Bundesstaaten Rajasthan, Maydha Pradesh und Uttar Pradesh.</p>
<p>Zum Vergleich: Die afghanische Opiumernte wird dieses Jahr schätzungsweise bei um die 5.000 Tonnen liegen. Die meisten indischen Opiumbauern werden durch den erzielten Ertrag nicht reich, können aber ihr Einkommen um einige hundert Dollar im Jahr aufbessern.</p>
<p>Neben dem Rohopium können die Landwirte die getrockneten Kapseln mit den Samen (die beispielsweise für Mohnbrötchen verwendet werden) und das Stroh verkaufen. Der Anbau ist seitens des indischen Zentralbüros für Betäubungsmittel (CNB) strengen Auflagen unterworfen. Ständig wird kontrolliert, die Anbaufläche darf einen halben Hektar nicht überschreiten, zudem muss ein Mindestertrag abgeliefert werden &#8211; sonst erhält man im kommenden Jahr keine Lizenz. Eine Maßnahme, mit der das Abzweigen eines Teils der Ernte für den Schwarzmarkt verhindert werden soll.</p>
<p>Manche Politiker in Indien wollen die Lizenzierung des Opiumanbaus für mehr Bundesstaaten durchsetzen. Doch die Bundesregierung ist in diesen Belangen sehr zögerlich. Denn sie muss sich immer wieder den Vorwürfen seitens der internationalen Organisationen erwehren, nicht genug gegen den illegalen Anbau und die Abzweigung von lizenziertem Opium auf den Schwarzmarkt zu tun.</p>
<p>Im Dorf Thirtukhodi im Churah Tall will man das Thema Opium aber hinter sich lassen. Ein Teil der Einwohner ist zusammengekommen, um Sharma zu empfangen. Mit seiner Unterstützung haben sie in den letzten Monaten daran gearbeitet, formal als Genossenschaft seitens der Landesregierung anerkannt zu werden. Gemeinsam will man die landwirtschaftlichen Erzeugnisse vermarkten. Letztes Jahr wurden mit gespendetem Saatgut Erbsen angebaut, die auf dem Markt gute Preise erzielen. Als nächster Schritt sollen erste Gewächshäuser auf den ebenen Flächen entlang des Flusses, der das Tal durchzieht, errichtet werden. Derzeit gibt es für solche Vorhaben finanzielle Unterstützung durch die Regierung. Dann, so Sharmas Plan, sollen darin Blumen und Heilkräuter wachsen. In seiner Heimatregion, noch weiter im Norden, funktioniere das Modell gut, berichtet er. Auch habe man dort ein kleines Wasserkraftwerk errichtet und werde bald Strom verkaufen können.</p>
<p>Soweit ist man hier in Thirtukhodi noch lange nicht; ein Teil der Häuser in der Siedlung ist heruntergekommen und manche der Kinder leiden offenbar an Mangelernährung. Vor etwa 15 Jahren, so erinnert sich ein alter Dorfbewohner mit wettergegerbter Haut, seien Leute aus Pakistan und Kaschmir gekommen. Sie regten an, Mohn anzubauen und versprachen die Abnahme des Opiums. &#8220;Eigentlich ist die Idee, als Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen, uns nicht unbekannt&#8221;, erzählt der Mann weiter. &#8220;Doch als viele von uns durch den Opiumanbau reich wurden, haben wir uns voneinander abgewandt.&#8221;</p>
<p>Zu den Zeiten des Opiumanbaus konnten die Kinder auf Privatschulen außerhalb des Tals geschickt werden; es war Geld für medizinische Versorgung da. Damit ist es seit drei Jahren vorbei &#8211; seit die Behörden den Opiumanbau unterbunden haben. Die zwei staatlichen Schulen im Tal haben zusammen ein halbes Dutzend Lehrer für viele hundert Kinder aufzubieten; eine medizinische Grundversorgung gibt es nicht.</p>
<p>Die Bauern, die sich in Thirtukhodi zu einer Genossenschaft zusammenschließen wollen, sind geteilter Meinung über die Rechtmäßigkeit des Verbots, Opium anzubauen. Die einen sagen, der Anbau gehöre verboten, da Drogen anderen Menschen schaden. Andere in der Gruppe finden es unfair, dass ihnen auch der Anbau von Mohn zum Eigenbedarf untersagt wird. Denn Opium wird als Mittel gegen Schmerz, Migräne und Durchfall benötigt. Medikamente kann sich hier kaum einer leisten.</p>
<p>Der insgesamt schizophrene Umgang mit der Opiumpflanze führt dazu, dass in Indien in 70 Prozent der Krebskrankenhäuser kein Morphium ausgegeben wird. Dabei wächst der Ausgangsstoff quasi vor der Haustür. Diese Verweigerung der Schmerztherapie prangerte Human Rights Watch letztes Jahr in einem Report an. Doch ist dieses Phänomen weltweit zu beobachten: Absurderweise wird aus Angst vor dem Suchtpotenzial von Opiaten Sterbenden eben dieses Linderungsmittel verweigert &#8211; obwohl in solchen Fällen eine drohende Abhängigkeit herzlich egal sein könnte.</p>
<p>Abgesehen von der dogmatischen Verbotslogik, spielen in Sachen Opiaten auf dem legalen Markt finanzielle Interessen eine Rolle: Die Pharmaindustrie will ihre synthetischen Opioide loswerden; Länder wie Australien und Frankreich wollen in der Opiumlandwirtschaft keine Konkurrenz aus dem Süden. So wird seitens der meisten westlichen Regierungen und der Vereinten Nationen die Forderung einiger NGOs, Afghanistan in den Kreis der Länder mit Lizenz zum Opiumanbau aufzunehmen, verächtlich abgetan. Ein Modell wie in Indien werde nicht funktionieren &#8211; zu groß sei dort die Korruption, zu groß die Gefahr, dass das lizenzierte Opium in dunkle Kanäle abgezweigt werde. Ein lächerliches Argument, angesichts einer afghanischen Opiumernte, die derzeit zu hundert Prozent auf den Schwarzmarkt gelangt.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Erschienen am 6. Mai 2010 in der luxemburgerischen Wochenzeitung <a href="http://www.woxx.lu/" target="_blank">Woxx</a>.</p>
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		<title>Neues und Altes aus dem Drogenstaat Afghanistan</title>
		<link>http://www.dropo.net/2010/04/neues-und-altes-aus-dem-drogenstaat-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
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Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan
Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).
Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;Can [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-344" title="afgh" src="http://www.dropo.net/wp-content/uploads/2010/04/afgh.jpg" alt="afgh" width="440" height="330" /></strong></p>
<p><strong>Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan</strong></p>
<p>Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).</p>
<p>Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.tomdispatch.com/blog/175225/tomgram%3A_alfred_mccoy%2C_afghanistan_as_a_drug_war__" target="_self">Can Anyone Pacify the World&#8217;s Number One Narco-State?</a>&#8221; veröffentlicht. Dort spricht er einige interessante Aspekte an und zeigt auf, dass die Opiumlandwirtschaft sich wie ein gordischer Knoten um das Land geschlungen hat. Dazu geführt haben demnach u.a.:</p>
<p>- der jahrzehntelange Bürgerkrieg, der die landwirtschaftliche Infrastruktur (Bewässerungssysteme) zerstört und die modernen Waffen, die einen große Teile der Herden töteten</p>
<p>- Da Opiumanbau neumal arbeitsintensiver sei, als Weizenanbau, bot Opium eine sofortige saisonale Arbeitsmöglichkeit für über eine Million Afghanen. In dem zerstörten Land, mit zahllosen Binnenflüchtlingen, seien nur die Opiumhändler in der Lage gewesen, schnell Kapital aufzutreiben und Kredite zu vergeben.</p>
<p><span id="more-340"></span></p>
<p>McCoy sieht nur eine realistische Möglichkeit, Afghanistan aus dem heutigen Schlamassel zu befreien: Den Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur durch sehr viele kleine Projekte, um Nahrungspflanzen als Alternative zu Opium zu etablieren. Ein Drogenstaat, so McCoy, sei nur zu befrieden, wenn er kein Drogenstaat mehr ist.</p>
<p><strong>Die Legende vom Opium-Bann</strong></p>
<p>Immer wieder wird im Zusammenhang mit Afghanistan und Taliban auf den Opium-Bann von 2000 verwiesen. Den hätte die Taliban-Führung damals verfügt, um international an Reputation zu gewinnen. Dies entlarvte Romesh Bhattarchiji, ehemaliger Leiter der indischen Drogenbehörde CBN in einem Beitrag von 2002 als Mythos: &#8220;<a href="http://www.frontlineonnet.com/fl1919/19190660.htm" target="_blank">The narco-politics of Afghanistan</a>&#8220;.</p>
<p>Vielmehr, so Bhattarchiji, habe es ein Interesse westlicher Firmen gegeben, das Ansehen des Taliban-Regimes zu verbessern, um der Öffentlichkeit ein Pipeline-Projekt durch das Land besser schmackhaft machen zu können. Die Taliban, spekulierten wohl tatsächlich auf Entwicklungsgelder und internationale Anerkennung und nutzen die Dürre, die das zweite Jahr in Folge anhielt, um Delegationen der UN und Geberstaaten unbestellte Opiumfelder zu zeigen. Die Taliban nutzen den Bann also eher nach dem Prinzip der potemkischen Dörfer. Dass die Wahrnehmung der UN-Drogenbehörden eher von Wunschdenken als harten Fakten geprägt ist, dürfte ebenfalls eine Rolle gespielt haben.</p>
<p>Ob Bann oder Dürre, die Ernteausfälle hatten enorm schlimme Folgen für die Opiumbauern- und bäuerinnen. Das beschrieb Martin Jelma vom  niederländischen Transnational Institute im Jahr 2005: &#8220;<a href="http://tni.org/archives/archives_jelsma_taliban" target="_blank">Learning Lessons from the Taliban Opium Ban</a>&#8220;. In den Jahren 2000/2001 sei das informelle Banksystem zusammengebrochen, was zu einer anhaltenden Verschuldung vieler tausend Bauernfamilien geführt hätte; die die Zurückzahlung ihrer Kredite um ein Jahr verschieben mussten. Um die Schulden zu tilgen, seien Vieh, aber auchTöchter verkauft worden. Und, um Geld einzunehmen, wurde Ende 2001 mit vollem Schwung wieder Opium angebaut.</p>
<p><strong>Afghanistan Cannabis Survey 2010</strong></p>
<p>Ende März 2010 hat UNODC den Cannabis Report 2009 (<a href="http://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Afghanistan/Afghanistan_Cannabis_Survey_2009.pdf" target="_blank">pdf</a>, Engl.) für Afghanistan vorgestellt. Die Pflanze wächst dort in freier Wildbahn. Und wird, kaum überraschend, im großen Stil angebaut. Zwischen 1,500 bis 3,500 Tonnen Ernte würde im Jahr eingefahren. Das Nettoeinkommen aus der Ernte eines Hektar Cannabis sei mit 3.300 Dollar höher als das aus dem Anbau von Opium (2.000 Dollar). Trotzdem würde  weiterhin lieber Opium angebaut; Opiumanbau ist zwar arbeitsintensiver, die Pflanze wächst aber im wasserreichen Winter &#8211; und Opium lässt sich länger lagern. Die Cannabispflanze dagegen müsste im trockenen Sommer angebaut werden und das Ernteprodukt sei nicht so haltbar.</p>
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		<title>Tabubruch: Britischer Regierungsberater gefeuert</title>
		<link>http://www.dropo.net/2009/11/tabubruch-britischer-regierungsberater-gefeuert/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 11:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Tabak]]></category>

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Der Vorsitzende des britischen Advisory Council on the Misuse of Drugs (ADMD), David Nutt, wurde vergangen Freitag vom britischen Innenminister Alan Johnson entlassen. Letzterer argumentiert: &#8220;Er wurde gebeten zu gehen, weil er nicht gleichzeitig Regierungsberater und Aktivist gegen Regierungspolitik sein kann&#8221;.
Im Zentrum der Auseinandersetzung ist die Neubewertung von Cannabis durch die britische Regierung. Entgegen dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-255" title="estimating_drug_harms-3" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/11/estimating_drug_harms-3.png" alt="estimating_drug_harms-3" width="480" height="324" /></p>
<p>Der Vorsitzende des britischen <a title="Advisory Council on the Misuse of Drugs" href="http://drugs.homeoffice.gov.uk/drugs-laws/acmd/">Advisory Council on the Misuse of Drugs</a> (ADMD), David Nutt, wurde vergangen Freitag vom britischen Innenminister Alan Johnson entlassen. Letzterer <a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2009/nov/02/drug-policy-alan-johnson-nutt" target="_blank">argumentier</a>t: &#8220;Er wurde gebeten zu gehen, weil er nicht gleichzeitig Regierungsberater und Aktivist gegen Regierungspolitik sein kann&#8221;.</p>
<p>Im Zentrum der Auseinandersetzung ist die Neubewertung von Cannabis durch die britische Regierung. Entgegen dem Rat von ACMD wurde sie dieses Jahr aus <a href="http://www.homeoffice.gov.uk/drugs/drugs-law/Class-a-b-c/" target="_blank">Kategorie C wieder auf Kategorie B</a> hinaufgestuft und damit mit höheren Strafen für Nutzer und Händler belegt.</p>
<p><span id="more-253"></span></p>
<p>Nutt hatte im Sommer einen Vortrag gehalten, der am Freitag in gedruckter Fassung vom Centre for Crime and Justice Studies veröffentlicht wurde: <a href="http://www.crimeandjustice.org.uk/estimatingdrugharms.html" target="_blank">Estimating drug harms:a risky business?</a> (pdf, 13 S.). Dort rührt Nutt an einem Tabu, da er die Gefährlichkeit von Alkohol und Tabak in Relation zu den illegalisierten Drogen setzt: &#8220;Wir müssen auf allen Ebenen voll auf Harm Reduction-Ansätze setzen und vor allem die künstliche Abtrennung von Alkohol und Tabak als &#8220;Nicht-Drogen&#8221; beenden.&#8221; Laut Nutt sei Cannabis und Ectasy harmloser als Alkohol.</p>
<p>Die britische Regierung sieht sich nun vor dem Problem, dass offenbare zahlreiche oder sogar alle Mitglieder des 30-köfpigen Drogenbeirats über einen Rücktritt nachdenken; zwei vollzogen diesen bereits am Wochenende, <a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2009/nov/02/david-nutt-alan-johnson-drugs" target="_blank">wie der Guardian berichtete</a>.</p>
<p>Die Meinung in der britischen Presse sind geteilt. Die rechtskonservative Kommenatorin Melanie Phillips <a href="http://www.melaniephillips.com/articles-new/?p=691" target="_blank">sieht in der Zeitung Daily Mail </a>eine Kampagne von Pharmaindustriellen am Werk, die auf Drogenlegaliserung spekuliere, um damit Geld zu verdienen. Darüberhinaus behauptet Phillips Drogen wie Alkohol ließen sich nicht mit illegalisierten Drogen vergleichen. Auch wiederholt sie das ewig gleiche und unbelegte Argument, dass die Relativierung der Gefahr &#8220;illegaler Drogen&#8221; mehr Jugendliche in den &#8220;Drogen-Aufzug&#8221; befördern würde.</p>
<p>Ganz anders <a href="http://www.politics.co.uk/comment/legal-and-constitutional/comment-lying-to-kids-is-the-first-lesson-of-politics-$1337484.htm" target="_blank">sieht es Ian Dutt</a>: Er geht auf die aufgeklärte Sicht von Jugendlichen in Drogenfragen ein und stellt im Zusammenhang mit dem Fall Nutts fest: &#8220;Es könnte gar keine bessere Stunde geben ein politisch bewußtes Leben zu starten: Die Regierung gibt nicht die Wahrheit von sich&#8221;.</p>
<p>Letztlich scheint der Innenminister ein Eigentor geschossen zu haben. Erstes fragt sich nun, warum man Berater braucht, wenn sie sowie so nur der Meinung der Regierung sein dürfen? Und zweitens, hat er ungewollt eine Debatte in Gang gesetzt, die an den Grundpfeilern der Drogenprohibition rührt. Angesichts der Vorgänge in den USA in Sachen Diskurs über die Cannabislegalisierung ein schlechter Zeitpunkt für Prohibitonsbefürworter.</p>
<p>(Die oben stehende Grafik stammt aus der Publikation des Vortrags von Nutt)</p>
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		<title>USA: Fotos einer Cannabis-Ernte</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 17:02:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
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Der Fotograf Mathieu Young hat vergangenes Jahr eine Cannabis-Ernte in Northern Carolina begleitet. Etwa um diese Jahreszeit &#8211; derzeit ist dort wieder Erntezeit. Hier eine Auswahl der Fotos bei good mit etwas Hintergrund (Engl.) &#8211; und hier die Website des Fotografen (Flash-Galerien)
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-242" title="matthew_can1" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/10/matthew_can1.jpg" alt="matthew_can1" width="500" height="301" /></p>
<p>Der Fotograf Mathieu Young hat vergangenes Jahr eine Cannabis-Ernte in Northern Carolina begleitet. Etwa um diese Jahreszeit &#8211; derzeit ist dort wieder Erntezeit. Hier eine Auswahl der Fotos bei <a href="http://www.good.is/post/picture-show-the-harvest/" target="_blank">good</a> mit etwas Hintergrund (Engl.) &#8211; und hier die <a href="http://www.mathieuyoung.com/" target="_blank">Website des Fotografen</a> (Flash-Galerien)</p>
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		<title>Drogen-Dialektik</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 10:04:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[
Ein sechsminütiger Clip über die Schizophrenie in Sachen legaler und illegalisierter Drogen: Das englischsprachige Video schneidet Szenen aus Werbeclips für Medikamente und Aussagen von Komikern/Kabarettisten zusammen (via hanfplantage).
Produziert wurde der Kurzfilm von den Machern des Dokumentarfilms &#8220;American Drug War&#8221; (2008). Der zeigt in zum Teil recht drastischen Bildern den Alltag einer gescheiterten Drogenpolitik und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/4cefoV_A878&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/4cefoV_A878&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Ein sechsminütiger Clip über die Schizophrenie in Sachen legaler und illegalisierter Drogen: Das englischsprachige Video schneidet Szenen aus Werbeclips für Medikamente und Aussagen von Komikern/Kabarettisten zusammen (via <a href="http://www.hanfplantage.de/das-sind-drogen-26-10-2009" target="_blank">hanfplantage</a>).</p>
<p>Produziert wurde der Kurzfilm von den Machern des Dokumentarfilms &#8220;<a href="http://www.americandrugwar.com/" target="_blank">American Drug War</a>&#8221; (2008). Der zeigt in zum Teil recht drastischen Bildern den Alltag einer gescheiterten Drogenpolitik und die simplen Argumentationsmuster derjenigen, die sie umsetzen.</p>
<p>Die  gleiche Produktionsfirma &#8211; &#8220;Sacred Cow&#8221; &#8211; arbeitet derzeit an einer Dokumenation über die Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke im US-Bundesstaat Kalifornien: &#8220;<a href="http://www.sacredcow.com/index.php?pg=news&amp;nid=1960" target="_blank"><span class="newstext">How Weed Won the West</span></a>&#8220;.</p>
<p><span id="more-235"></span></p>
<p><object width="480" height="295" data="http://www.youtube.com/v/MzT1a1NKoKM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/MzT1a1NKoKM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<title>Rauchzeichen in Kalifornien</title>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 11:01:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
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		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

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		<description><![CDATA[In den USA und in Mexiko ist der War on Drugs gescheitert. Die Legalisierung kleiner Mengen könnte neue Steuerquellen erschließen. Erste Lockerungs-Signale gibt es schon
Die Probleme eines Arnold Schwarzeneggers lassen sich mit Muskelspielen nicht mehr lösen: In Kalifornien stehen angesichts eines riesigen Haushaltsdefizits massive Einsparungen an, 5.000 Staatsangestellte stehen vor dem Aus. In der kommenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den USA und in Mexiko ist der War on Drugs gescheitert. Die Legalisierung kleiner Mengen könnte neue Steuerquellen erschließen. Erste Lockerungs-Signale gibt es schon</strong></p>
<p>Die Probleme eines Arnold Schwarzeneggers lassen sich mit Muskelspielen nicht mehr lösen: In Kalifornien stehen angesichts eines riesigen Haushaltsdefizits massive Einsparungen an, 5.000 Staatsangestellte stehen vor dem Aus. In der kommenden Woche stimmen die Bürger des Bundesstaats über Budgetmaßnahmen ab – bei einem Nein droht Schwarzenegger ein noch größeres Loch im Etat.Bis 2010 fehlen mehr als 40 Milliarden Dollar.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund läuft im Sonnenstaat eine Drogen-Diskussion, in der erstmals in den USA auch gestandene Konservative das Wort Legalisierung in den Mund nehmen. Auch Schwarzenegger meint, es sei zwar nicht der Zeitpunkt für eine Legalisierung – aber die richtige Zeit, über sie zu diskutieren. Kein Wunder: Schätzungsweise eine Milliarde US-Dollar könnten eine Besteuerung des Cannabiskonsums einbringen.</p>
<p>Es gibt noch einen anderen Grund: Die USA sind in zwei „Wars on Drugs“ in Afghanistan und Kolumbien verstrickt, ein dritter tobt vor der eigenen Haustür: Seit 2006 hat der Drogenkrieg in Mexiko an Intensität zugenommen, der bisher schon über 10.000 Tote forderte. Sowohl die Waffen für das Töten als auch die Nachfrage nach den Drogen kommen aus den USA.</p>
<p><span id="more-143"></span></p>
<p><strong><span class="c04_Zwischentitel">Fünf Gramm Cannabis</span></strong></p>
<p>Auch in Mexiko wird nach einem neuen Kurs in der Drogenpolitik gesucht. Es mehren sich prominente Stimmen, die eine Legalisierung, Regulierung und Besteuerung des Drogenhandels fordern. Ein von der mexikanischen Regierung im April beschlossenes Gesetz dürfte die Gewalt zwar nicht beenden. Doch weist die Dekriminalisierung kleiner Mengen auf ein Umdenken hin: Der private Besitz von fünf Gramm Cannabis, einem halben Gramm Kokain oder 100 Milligramm Heroin muss von der Polizei fortan nicht mehr verfolgt werden. Noch 2006 hatte Mexikos damaliger Präsident Vicente Fox ein ähnliches Vorhaben auf Druck der USA wieder abgeblasen. Diesmal kam aus Washington keine Reaktion.</p>
<p>Nördlich der Grenze sorgte unlängst die Ernennung von Gil Kerlikowske zum Leiter der US-Drogenkontrollbehörde für vorsichtigen Optimismus bei Legalisierungs-Befürwortern. Kerlikowske leitete für zehn Jahre die Polizei in Seattle. Die dortigen Einwohner hängen mehrheitlich einer recht liberalen Drogenpolitik an – und der studierte Kriminologe richtete seine Arbeit entsprechend aus. Den „War on Drugs“ würden die Menschen als Krieg gegen sich selbst empfinden, sagt Kerlikowski – ein Krieg, den er nicht mehr führen wolle. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es denn auch, den Bundesbehörden die bisherige Praxis zu untersagen, Cannabis-Plantagen für den Anbau von medizinischem Marijuahana zu beschlagnahmen. In 13 US-Bundesstaaten ist der Einsatz von Cannabis in der Krebs- und HIV-Therapie erlaubt. Der Anbau selbst verstößt aber gegen nationale Gesetze.</p>
<p><strong><span class="c04_Zwischentitel">Erste Signale aus Obamas Administration</span></strong></p>
<p>Es bleibt abzuwarten, inwiefern auch Barack Obama zu seinen Aussagen als Senator steht. Der heutige US-Präsident hatte 2004 den War on Drugs als gescheitert bezeichnet und im Wahlkampf nie geleugnet, früher illegalisierte Drogen konsumiert zu haben. Ein erstes Signal: Obamas Administration hat gerade eine Vorlage eingebracht, die das Strafmaß für Crack-Besitz dem des Kokain-Besitzes anzupassen. Für 5 Gramm Crack gab es bislang die gleiche Strafe wie für 500 Gramm Kokain – 80 Prozent der im Rahmen eines Crack-Delikts Verurteilten sind Schwarze.</p>
<p>Seit hundert Jahren wird das weltweite Drogen-Regime maßgeblich durch die USA geprägt: Bereits 1909 hatte unter Vorsitz eines US-amerikanischen Bischofs in Schanghai die erste internationale Drogenkonferenz getagt und die Weichen gestellt: Anbau und Konsum von Opium, Koka und Cannabis sowie aller ihrer Derivate wurden Anfang der sechziger Jahre für den privaten Gebrauch als illegal erklärt.</p>
<p>Dass eine solche Politik nicht funktionieren kann, hätte niemand besser wissen können als die USA. Fundamentale Christen setzten dort 1919 die Alkoholprohibition durch. Nach ihrem erfolglosen Ende 13 Jahre später gab es eine blühende organisierte Kriminalität und einen aufgeblähten Sicherheitsapparat. Heute werden nirgends pro Kopf so viele Psychopharmaka, Weichmacher und Aufputschmittel konsumiert, wie in der „Prozac Nation“ USA. Gleichzeitig geht ein Großteil der weltweiten illegalisierten Drogenproduktion – ob organischen oder chemischens Ursprungs – in die Vereinigten Staaten. Im „Land of the free“ sitzt die Hälfte aller Insassen in den Gefängnissen wegen eines Drogendelikts ein.</p>
<p>Insofern wäre es tatsächlich ein Paradigmenwechsel, würde in einigen Bundesstaaten der USA zumindest Cannabis als Rauschmittel legalisiert. Der Hauptdarsteller des internationalen Prohibitionsdramas würde sein eigenes Dogma umwerfen – die letztlich ineffektive Kriminalisierung von Drogen wäre auf Dauer so nicht mehr aufrechtzuerhalten.</p>
<p>(erschienen auf <a href="http://www.freitag.de/politik/0920-drogen-prohibition-cannabis-usa-mexiko" target="_blank">freitag.de</a>, 17.05.2009)</p>
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		<title>Überblick über die aktuelleLegalisierungs-Diskussion in den USA</title>
		<link>http://www.dropo.net/2009/04/uberblick-uber-die-legalisierungs-diskussion-in-den-usa/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2009 14:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Cannabis]]></category>
		<category><![CDATA[Legalisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[
In den letzten Monaten nahm die Diskussion über die Legalisierung, zumindest von Cannabis, in den USA zu. Als Gründe sind &#8211; neben der drogenbedingten hohen Gefängnispopulation im Land selbst &#8211; der Krieg in Afghanistan (Opium/Heroin) und der Drogenkrieg in Mexiko an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu nennen. Weiter gibt es neue Entwicklungen in Sachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Medical_cannabis_demo_2.JPG"><img class="alignnone size-full wp-image-86" style="border: 0pt none;" title="herb" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/04/herb.jpg" alt="herb" width="404" height="420" /></a></p>
<p>In den letzten Monaten nahm die Diskussion über die Legalisierung, zumindest von Cannabis, in den USA zu. Als Gründe sind &#8211; neben der drogenbedingten hohen Gefängnispopulation im Land selbst &#8211; der Krieg in Afghanistan (Opium/Heroin) und der Drogenkrieg in Mexiko an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu nennen. Weiter gibt es neue Entwicklungen in Sachen Nutzung von medizinischem Cannabis.</p>
<p>Das renommierte Time Magazine widmete Anfang April 2009 gleich drei Beiträge dem Thema: Im Beitrag <a href="http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1889021,00.html" target="_blank">Why Legalizing Marijuana makes Sense</a> erinnert der Autor daran, dass fast 50 Prozent aller Verhaftungen in den USA im Zusammenhang mit Cannabis stehen; mit fünf Prozent Anteil an der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent aller Gefängnisinsassen seien die USA der &#8220;kriminellste&#8221; Staat der Erde (mehr zum US-Strafsystem bei <a href="http://www.pewcenteronthestates.org/report_detail.aspx?id=49382" target="_blank">PEW-Center </a>und <a href="http://www.sentencingproject.org/" target="_blank">Sentencing Project</a>). Rund 100 Millionen Einwohner der USA haben in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert, heißt es bei <a href="http://drugscience.org/Archive/bcr5/bcr5_index.html" target="_blank">drugscience.org</a>.</p>
<p><span id="more-84"></span></p>
<p>Ein weiterer Beitrag  in dem Times Magazine dreht sich um die <a href="http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1888172,00.html" target="_blank">Aussetzung der Strafverfolgung </a>in Sachen Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke. Ein dritter richtet sein Augenmerk auf die ökonomischen <a href="http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1884956,00.html" target="_blank">Möglichkeiten durch die Legalisierung</a> von Cannabis im bevölkerungsreichsten Bundestaat Kalifornien. Dort beschert die Droge jährlich schätzungsweise 14 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das Thema behandelt auch der Beitrag &#8220;<a href="http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/c/a/2009/04/12/MNF0170FPU.DTL" target="_blank">Political winds shift in favor of legalized po</a>t&#8221; in der Tageszeitung San Francisco Chronicle. Wie in Kalifornien wurde auch im US-Bundesstaat Massachusetts im März 2009 ein Gesetzentwurf für die &#8220;<a href="http://blog.norml.org/2009/03/23/norml-breaking-news-marijuana-legalization-bills-introduced-in-massachusetts/" target="_blank">Legalisierung und Besteuerung der Cannabis-Industrie</a>&#8221; eingebracht.</p>
<p>Ausgerechnet Francis Fukuyama, der das Wort vom &#8220;Ende der Geschichte&#8221; prägte, soll unlängst gesagt haben, dass &#8211; obwohl es derzeit nicht zur Debatte stünde &#8211; &#8220;selbstverständlich die streng kontrollierte Legalisierung&#8221; das Drogenproblem lösen könnte. Dies wird in der kanadischen Zeitung <a href="http://www.ottawacitizen.com/opinion/tell+drug+legalization+impossible/1483294/story.html" target="_blank">Owatta Citizien als Zeichen gewertet</a>, dass selbst bei US-Konservativen &#8211; zu denen Fukuyama gezählt wird &#8211; der Legalisierungsgedanke nicht mehr grunsätzlich verteufelt wird.</p>
<p>Mitte April erinnerte die Washington Times <a href="http://judgejamesgray.blogspot.com/2009/04/we-tried-war-like-this-once-before-mike.html" target="_blank">an die Zeiten der Alkohol-Prohibition</a>, die grandios scheiterte und sang und klanglos eingestellt wurde &#8211; die Verfechter des Alkoholverbots, das innerhalb von 13 Jahren sowohl die Mafia als auch Strafverfolgungsbehörden auf ein gänzlich neues Niveau brachte, hätten damals bis zuletzt geleugnet, dass die Prohibiton je zu Ende gehen könne.</p>
<p>Eine Zusammenfassung des Diskurses in den USA gibt das Magazie &#8220;In These Times&#8221; unter der Überschrift <a href="http://www.inthesetimes.com/article/4370/an_end_to_the_war_on_weed" target="_blank">An end to the war on weed.</a></p>
<p>(Quelle:<a href="https://lists.tni.org/mailman/listinfo/dd-world" target="_blank"> TNI news service on drugs and global drugs policies</a>)</p>
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		<title>Brosch&#252;re &#252;ber Khat, Cannabis, Opium, Alkohol und Tabak</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Mar 2007 08:25:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
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		<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die dänische Einrichtung id21insights, gefördet vom dänischen Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, widmet ihre Zeitschrift (txt/pdf) vom Februar 2007 dem Thema Drogen und Entwicklung. Sie beginnt mit einem Übersichtsartikel von David Mansfield, einem renommierten Berater im entwicklungspolitischen  Drogenbereich, der bemängelt, dass oft die enorme Armut der Drogenbauern nicht in Betracht bezogen wird. Die weiteren englischsprachigen Beiträge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.id21.org/insights/insights-h10/index.html" target="_blank"><img src="http://www.id21.org/insights/insights-h10/images/pdf.jpg" border="1" alt="" width="200" height="283" align="right" /></a>Die dänische Einrichtung <a href="http://www.id21.org" target="_blank">id21insights</a>, gefördet vom dänischen Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, widmet ihre <a href="http://www.id21.org/insights/insights-h10/index.html" target="_blank">Zeitschrift</a> (txt/pdf) vom Februar 2007 dem Thema Drogen und Entwicklung. Sie beginnt mit einem Übersichtsartikel von <a href="http://www.davidmansfield.org" target="_blank">David Mansfield</a>, einem renommierten Berater im entwicklungspolitischen  Drogenbereich, der bemängelt, dass oft die enorme Armut der Drogenbauern nicht in Betracht bezogen wird. Die weiteren englischsprachigen Beiträge behandeln die Themen Cannabis in der Karibik, Khat in Ostafrika, Drogenkonsum in Südostasien, Tabak, Alkohol in Afrika und Drogenkonsum in Afghanistan</p>
]]></content:encoded>
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