Drogen- und Entwicklungspolitik in Laos

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Diplomarbeit von 2003 – zum Download:

Zwischen Zuckerbrot und Peitsche

Die grundlegenden Fragestellungen dieser Arbeit lauten: Wie funktioniert Drogenkontrolle? Und warum gehören manche Drogen kontrolliert? Die Antworten, die diese Arbeit liefern will, beziehen sich auf Aspekte der Drogenkontrolle in den Anbauländer von Drogenpflanzen. Als Beispiel dient in diesem Fall Laos in Südostasien mit seiner Opiumproduktion. Durch die verschiedenen Verfahren der Drogenkontrolle, die den Staat und das Leben der Bewohner „entwickeln“ wollen, soll Laos „drogenfrei“ werden. Als Ursache für den Anbau von Drogenpflanzen ist Armut als maßgeblicher Faktor identifiziert worden. Armutsbekämpfung sei gleich Drogenbekämfpung und umgekehrt, heisst es.

Die angewendeten Verfahrensweisen zur Drogenkontrolle lassen sich in drei Gruppen aufteilen: genuine Entwicklungsstrategien, wie ländliche Entwicklung und Pflanzensubstitution; repressive Massnahmen, wie Feldervernichtung und Bestrafung; drittens Programme zur Prävention und für den Entzug von Abhängigen. Das Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen (UNDCP – heute UNODC) wandert auf einem Grat zwischen „Entwicklung“ und Repression. Es bietet Zuckerbrot und lässt mit der Peitsche drohen, um sein vorrangiges Ziel zu erreichen: die Ausrottung der jeweiligen Drogenpflanze.

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Broschüre über Khat, Cannabis, Opium, Alkohol und Tabak

Die dänische Einrichtung id21insights, gefördet vom dänischen Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit, widmet ihre Zeitschrift (txt/pdf) vom Februar 2007 dem Thema Drogen und Entwicklung. Sie beginnt mit einem Übersichtsartikel von David Mansfield, einem renommierten Berater im entwicklungspolitischen Drogenbereich, der bemängelt, dass oft die enorme Armut der Drogenbauern nicht in Betracht bezogen wird. Die weiteren englischsprachigen Beiträge behandeln die Themen Cannabis in der Karibik, Khat in Ostafrika, Drogenkonsum in Südostasien, Tabak, Alkohol in Afrika und Drogenkonsum in Afghanistan


Drogenweltmarkt und Entwicklungspolitik

Drogenkontrolle und Drogenpolitik – Teil 2

Der erste Teil dieser Serie (ak 488) betrachtete die Ideologie der internationalen Drogenpolitik.

Dabei handelt es sich um einen quasi religiösen Dogmatismus inklusive der üblichen Doppelmoral, die sich in der Ignoranz und Inkonsequenz gegenüber den Folgen der Drogen Nikotin und Alkohol zeigt. Dass die Grenze zwischen Droge und Medikament fließend ist, zeigt sich an der Bedeutung des Opiums für die Pharmaindustrie. Der legale Weltmarkt für Opiate, die für den privaten Gebrauch verboten sind, ist lukrativ und wird in der Drogenkampfrhetorik nie erwähnt. Egal ob legal oder illegal – beide Märkte sind dominiert von den Interessen der Industrieländer – unter deren EinwohnerInnen finden sich die größten Medikamenten-/Drogenkonsumenten. Die EinwohnerInnen der traditionellen Anbauländer organischer Drogenpflanzen kommen dagegen auch beim Thema Drogen meist nur in den Genuss sich “entwickeln” zu lassen.

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