Tabubruch: Britischer Regierungsberater gefeuert

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Der Vorsitzende des britischen Advisory Council on the Misuse of Drugs (ADMD), David Nutt, wurde vergangen Freitag vom britischen Innenminister Alan Johnson entlassen. Letzterer argumentiert: “Er wurde gebeten zu gehen, weil er nicht gleichzeitig Regierungsberater und Aktivist gegen Regierungspolitik sein kann”.

Im Zentrum der Auseinandersetzung ist die Neubewertung von Cannabis durch die britische Regierung. Entgegen dem Rat von ACMD wurde sie dieses Jahr aus Kategorie C wieder auf Kategorie B hinaufgestuft und damit mit höheren Strafen für Nutzer und Händler belegt.

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Übersetzter Legalisierungs-Appell

Der britische Gelehrte John N. Gray hat im September den Beitrag “The case for legalising all drugs is unanswerable” in der englischen Zeitung Observer den Beitrag verfasst. Der erschien nun in einer Übersetzung in der dt. Wochenzeitung Zeit: Unter der Überschrift “Gebt die Drogen frei!” stellt Gray unter anderem fest: “Der Kreuzzug gegen die Drogen wird als eine der größten Torheiten der Neuzeit in die Geschichte eingehen.”


“Nice people take drugs”-Kampagne (Update)

Buswerbung als “zivilgesellschaftliches” Kampagnen-Tool scheint zumindest in Großbritannien Konjunktur zu haben – nach atheistischer Buswerbung, die auch hierzulande Nachahmer fand, ist jetzt “Nice people take drugs” auf Doppeldeckern zu lesen. Dahinter steckt die britische NGO Release. Eine ihrer Mitarbeiterinnen erklärte in einem Guardian-Blog, dass es darum ginge, als erstes das Tabu über Drogen zu brechen – deswegen schicke man Busse mit besagter Botschaft durch London, um eine faire, wahrhaftige Debatte über Drogengebrauch – und politik anzuschieben. (via Transform-Blog)

Update 11.06.09: Die Kampagne wurde laut Guardian seitens der beauftragen Werbefirma gestoppt; eine der Begründungen: Hätte der Slogan “Auch nette Leute nehmen Drogen” oder ähnlich gelautet, hätte es weniger Anlass zur Beschwerde gegeben.


Kein Anstieg des Konsums:
Dekriminalisierung von Drogen in Portugal

portugDas unabhängige Forschungsinstitut Cato hat eine Studie über die Folgen eines neuen Ansatzes der Drogenpolitik in Portugal veröffentlicht. Der “Thinktank” mit Sitz in Washington veröffentlichte seine Ergebnisse Anfang April 2009.

In dem westeuropäischen Land wurde im Juni 2001 der Besitz aller illegalisierter Drogen “dekriminalisiert”. Er wurde also nicht legalisiert, aber nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Verstöße werden – wenn überhaupt – als Ordnungswidrigkeit geandet. Die knapp 40-seitigen Studie “Drug Decriminalization in Portugal: Lessons for Creating Fair and Successful Drug Policies” (pdf) zeigt, dass nach sieben Jahren der Quasi-Legalisierung kein Anstieg des Drogenkomsums in der Bevölkerung zu beobachten ist.

Siehe auch den Artikel bei TIME: Drugs in Portugal: Did Decriminalization Work?

Update (19.5.09): Das Blog LibCon zieht die Ergebnisse der Cato-Studie in Zweifel.


Überblick über die aktuelle
Legalisierungs-Diskussion in den USA

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In den letzten Monaten nahm die Diskussion über die Legalisierung, zumindest von Cannabis, in den USA zu. Als Gründe sind – neben der drogenbedingten hohen Gefängnispopulation im Land selbst – der Krieg in Afghanistan (Opium/Heroin) und der Drogenkrieg in Mexiko an der Südgrenze der Vereinigten Staaten zu nennen. Weiter gibt es neue Entwicklungen in Sachen Nutzung von medizinischem Cannabis.

Das renommierte Time Magazine widmete Anfang April 2009 gleich drei Beiträge dem Thema: Im Beitrag Why Legalizing Marijuana makes Sense erinnert der Autor daran, dass fast 50 Prozent aller Verhaftungen in den USA im Zusammenhang mit Cannabis stehen; mit fünf Prozent Anteil an der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent aller Gefängnisinsassen seien die USA der “kriminellste” Staat der Erde (mehr zum US-Strafsystem bei PEW-Center und Sentencing Project). Rund 100 Millionen Einwohner der USA haben in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert, heißt es bei drugscience.org.

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UK-Studie: Milliarden sparen durch Legalisierung

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Die britische NGO Transform hat heute eine Studie über die möglichen Kostenersparnisse durch eine Legalisierung und Regulierung der derzeit illegalisierten Drogen veröffentlicht.

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Perspektiven internationaler Drogenpolitik

Drogenkontrolle und Drogenpolitik – Teil 4

(Teil 3 siehe hier.)

Man stelle sich vor: Durch einen UN-Beschluss würde Alkohol verboten und Cannabis erlaubt. Ein UN-Programm in Deutschland würde beginnen, die Bauern davon zu überzeugen, …

… Cannabis anstelle von Hopfen und Wein anzubauen; die Vereinten Nationen würden sogar das entsprechende Saatgut liefern. Zeigten sich die Landwirte allerdings unwillig, würden Polizeieinheiten kommen, um die Pflanzen zu vernichten oder Flugzeuge würden Chemikalien auf die Felder und Weinhänge abwerfen. Undenkbar. Unter anderen Vorzeichen ist dies jedoch Alltag in den Ländern des Südens; geschuldet der dominierenden Ideologie, die behauptet, dass es “gute” und “böse” Drogen gibt.

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