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	<title>Internationale Drogenpolitik &#187; Opium</title>
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	<description>Über Prohibition &#38; Entwicklungspolitik</description>
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		<title>Schizophrenie um eine Pflanze &#8211; Opium und Drogenpolitik in Indien</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 06:24:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Indien]]></category>
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Das Verbot des Anbaus von Opium bringt indische Bauern in Existenznot. In drei Bundesstaaten jedoch pflanzen zehntausende Landwirte mit Erlaubnis der Regierung und der Vereinten Nationen Mohn für die Pharmaindustrie an. Eine Reise zum indischen Himalaya und den Absurditäten internationaler Drogenpolitik.
In der Ferne ragen die Gipfel des Himalaya empor. Auf 2.000 Metern Höhe braust O.P. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-421 alignnone" title="nordindien Thirtukhodi Himachal Pradesh" src="http://www.dropo.net/wp-content/uploads/2010/07/nordindien.jpg" alt="nordindien" width="480" height="328" /></p>
<p><strong>Das Verbot des Anbaus von Opium bringt indische Bauern in Existenznot. In drei Bundesstaaten jedoch pflanzen zehntausende Landwirte mit Erlaubnis der Regierung und der Vereinten Nationen Mohn für die Pharmaindustrie an. Eine Reise zum indischen Himalaya und den Absurditäten internationaler Drogenpolitik</strong>.</p>
<p>In der Ferne ragen die Gipfel des Himalaya empor. Auf 2.000 Metern Höhe braust O.P. Sharma mit seinem Suzuki Kleinwagen an Flüssen entlang und Serpentinen hinauf. Hinten im Wagen sitzt ein mit einer Pistole bewaffneter Polizist; seit zwei Jahren begleitet er Om Prakash Sharma &#8211; kurz &#8220;Oh Pee&#8221; &#8211; bei seinen Fahrten durch die Berge des Bundesstaates Himachal Pradesh. Sharma war bis vor einiger Zeit noch Drogenfahnder beim indischen Narcotics Control Bureau (NCB). Wenn er jetzt Dörfer besucht, um dort die Bäuerinnen und Bauern über Alternativen zum Anbau von Cannabis und Opium zu beraten, kann es zu Problemen kommen. Immerhin mischt sich Sharma hier in ein lukratives Geschäft ein; bei den Drogenhändlern ist er daher nicht gern gesehen.</p>
<p><span id="more-419"></span></p>
<p>Opium ist ein einzigartiges Agrarprodukt. Sein Anbau wird vom Suchtstoffkontrollrat der Vereinten Nationen in Wien (INCB) planwirtschaftlich betrieben. Der Rat regelt den Vertrieb organischer und chemischer Substanzen, die den UNO-Drogenkonventionen unterliegen. Regierungen müssen dem Rat den jährlichen Bedarf ihrer medizinischen Einrichtungen und Pharmaunternehmen melden. Luxemburg beispielsweise wird im Jahr 2010 sechs Kilogramm Morphium benötigen, der Nachbar Deutschland nahezu zwei Tonnen. Der INCB gilt in Kreisen von NGOs, die sich kritisch mit der internationalen Drogenpolitik auseinandersetzen, als äußerst konservativ &#8211; als Hohepriester der Drogenprohibition wird der Rat dort kritisiert. Denn in den jährlichen Berichten der Einrichtung wird jedes Abweichen von der harten Verbotslinie gegeißelt; so wird etwa das Verteilen von sterilen Spritzen in Gefängnissen als Aufforderung zum Drogenkonsum gedeutet.</p>
<p>Doch Wien ist weit weg von Nordindien. Was dort auf Konferenzen von so genannten Experten in Gesetzesform gegossen wurde, äußert sich hier im Hochland in Polizeieinsätzen und im Zerstören von Mohn- und Cannabisfeldern.</p>
<p>Sharmas Kleinwagen biegt von der Hauptstraße ab. Auf einer holprigen Asphaltstraße geht es über einen Pass &#8211; auf etwa 2.500 Meter Höhe &#8211; dann hinab in das Churah-Tal. &#8220;Vor einigen Jahren war hier um diese Zeit alles voller Opiumpflanzen&#8221;, meint Sharma und deutet hinunter. Doch in diesem Frühjahr sind die Felder auf den Terrassen, die sich an die bewaldeten Hänge schmiegen, kahl. Hier und da sieht man Menschen, die Kartoffeln und anderes Gemüse pflanzen. Ob das die Folge der Polizeiaktionen gegen den Drogenanbau ist? Oder liegt es eher an der Entscheidung der Drogenhändler, von der man Munkeln hört? Gerüchten zufolge soll dieses Jahr in der gesamten Region kein Opium angebaut werden, um die Polizei zu beruhigen.</p>
<p>Den reinen Verbotsansatz hält Sharma mittlerweile für kontraproduktiv. Denn nach der Durchsetzung der Drogenprohibition stehen die Landwirte wirtschaftlich ruiniert da. Sharma setzt auf &#8220;Alternative Development&#8221;. Kein neues Konzept: In den Drogenanbaugebieten Südostasiens und Lateinamerikas sowie in Afghanistan wird es seit langem praktiziert &#8211; mit wenig anhaltendem Erfolg: Waren die Entwicklungsorganisationen mit ihrem Geld nach Ablauf der Projektphase wieder weg, war es meist auch mit der &#8220;alternativen Entwicklung&#8221; vorbei. Sharmas Ansatz ist allerdings ein anderer. Er kennt die Gegend, die Leute und die lokalen Dialekte. Er bringt den Gottheiten der Dörfer seinen Respekt entgegen und wird nicht müde, immer wieder mit den Landwirten zu reden und ihnen klar zu machen, worum es geht. &#8220;Das ist nicht einfach&#8221;, stellt Sharma fest, manchmal fehle die Bildungsgrundlage, um das Konzept zu begreifen. &#8220;Auch müssen Jahrhunderte alte Vorstellungen durchbrochen werden&#8221;, sagt der Anfang 40-Jährige. Letztlich betreibt er Hilfe zur Selbsthilfe und versucht mit den Genossenschaften kollektive Strukturen aufzubauen. Die sollen sich nach und nach selbst tragen und nicht auf finanzielle Hilfe von außen angewiesen sein.</p>
<p>Traditionell wurde und wird Opium in Teilen Indiens als Heil- und Schmerzmittel sowie für religiöse Riten genutzt. Doch offiziell gibt es in Indien kaum illegalen Anbau; dabei wird nicht nur im Norden des Subkontinents, sondern wohl auch in den von &#8220;maoistischen&#8221; Naxaliten (woxx 1041) gehaltenen Gebieten Mohn angepflanzt. Das gilt ebenso für die nordöstlichen indischen Bundesstaaten mit ihren zahlreichen lokalen Aufstandsbewegungen und ihrer Grenze zu Burma/Myanmar.</p>
<p>Der bereits erwähnte Suchtstoffkontrollrat räumt Indien eine Sonderstellung ein. Nach Afghanistan sind Australien und Frankreich die größten Produzenten von Schlafmohn; dort wird die Pflanze per Mähdrescher geerntet und chemisch weiterverarbeitet. Als viertes in der Reihe der Anbauländer dürfte dann schon Indien kommen. Nur dort wird legal per Hand Rohopium gewonnen. Rund 500 Tonnen ernteten 45.000 lizenzierte Bäuerinnen und Bauern in der Saison 2008/09 in den drei Bundesstaaten Rajasthan, Maydha Pradesh und Uttar Pradesh.</p>
<p>Zum Vergleich: Die afghanische Opiumernte wird dieses Jahr schätzungsweise bei um die 5.000 Tonnen liegen. Die meisten indischen Opiumbauern werden durch den erzielten Ertrag nicht reich, können aber ihr Einkommen um einige hundert Dollar im Jahr aufbessern.</p>
<p>Neben dem Rohopium können die Landwirte die getrockneten Kapseln mit den Samen (die beispielsweise für Mohnbrötchen verwendet werden) und das Stroh verkaufen. Der Anbau ist seitens des indischen Zentralbüros für Betäubungsmittel (CNB) strengen Auflagen unterworfen. Ständig wird kontrolliert, die Anbaufläche darf einen halben Hektar nicht überschreiten, zudem muss ein Mindestertrag abgeliefert werden &#8211; sonst erhält man im kommenden Jahr keine Lizenz. Eine Maßnahme, mit der das Abzweigen eines Teils der Ernte für den Schwarzmarkt verhindert werden soll.</p>
<p>Manche Politiker in Indien wollen die Lizenzierung des Opiumanbaus für mehr Bundesstaaten durchsetzen. Doch die Bundesregierung ist in diesen Belangen sehr zögerlich. Denn sie muss sich immer wieder den Vorwürfen seitens der internationalen Organisationen erwehren, nicht genug gegen den illegalen Anbau und die Abzweigung von lizenziertem Opium auf den Schwarzmarkt zu tun.</p>
<p>Im Dorf Thirtukhodi im Churah Tall will man das Thema Opium aber hinter sich lassen. Ein Teil der Einwohner ist zusammengekommen, um Sharma zu empfangen. Mit seiner Unterstützung haben sie in den letzten Monaten daran gearbeitet, formal als Genossenschaft seitens der Landesregierung anerkannt zu werden. Gemeinsam will man die landwirtschaftlichen Erzeugnisse vermarkten. Letztes Jahr wurden mit gespendetem Saatgut Erbsen angebaut, die auf dem Markt gute Preise erzielen. Als nächster Schritt sollen erste Gewächshäuser auf den ebenen Flächen entlang des Flusses, der das Tal durchzieht, errichtet werden. Derzeit gibt es für solche Vorhaben finanzielle Unterstützung durch die Regierung. Dann, so Sharmas Plan, sollen darin Blumen und Heilkräuter wachsen. In seiner Heimatregion, noch weiter im Norden, funktioniere das Modell gut, berichtet er. Auch habe man dort ein kleines Wasserkraftwerk errichtet und werde bald Strom verkaufen können.</p>
<p>Soweit ist man hier in Thirtukhodi noch lange nicht; ein Teil der Häuser in der Siedlung ist heruntergekommen und manche der Kinder leiden offenbar an Mangelernährung. Vor etwa 15 Jahren, so erinnert sich ein alter Dorfbewohner mit wettergegerbter Haut, seien Leute aus Pakistan und Kaschmir gekommen. Sie regten an, Mohn anzubauen und versprachen die Abnahme des Opiums. &#8220;Eigentlich ist die Idee, als Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu helfen, uns nicht unbekannt&#8221;, erzählt der Mann weiter. &#8220;Doch als viele von uns durch den Opiumanbau reich wurden, haben wir uns voneinander abgewandt.&#8221;</p>
<p>Zu den Zeiten des Opiumanbaus konnten die Kinder auf Privatschulen außerhalb des Tals geschickt werden; es war Geld für medizinische Versorgung da. Damit ist es seit drei Jahren vorbei &#8211; seit die Behörden den Opiumanbau unterbunden haben. Die zwei staatlichen Schulen im Tal haben zusammen ein halbes Dutzend Lehrer für viele hundert Kinder aufzubieten; eine medizinische Grundversorgung gibt es nicht.</p>
<p>Die Bauern, die sich in Thirtukhodi zu einer Genossenschaft zusammenschließen wollen, sind geteilter Meinung über die Rechtmäßigkeit des Verbots, Opium anzubauen. Die einen sagen, der Anbau gehöre verboten, da Drogen anderen Menschen schaden. Andere in der Gruppe finden es unfair, dass ihnen auch der Anbau von Mohn zum Eigenbedarf untersagt wird. Denn Opium wird als Mittel gegen Schmerz, Migräne und Durchfall benötigt. Medikamente kann sich hier kaum einer leisten.</p>
<p>Der insgesamt schizophrene Umgang mit der Opiumpflanze führt dazu, dass in Indien in 70 Prozent der Krebskrankenhäuser kein Morphium ausgegeben wird. Dabei wächst der Ausgangsstoff quasi vor der Haustür. Diese Verweigerung der Schmerztherapie prangerte Human Rights Watch letztes Jahr in einem Report an. Doch ist dieses Phänomen weltweit zu beobachten: Absurderweise wird aus Angst vor dem Suchtpotenzial von Opiaten Sterbenden eben dieses Linderungsmittel verweigert &#8211; obwohl in solchen Fällen eine drohende Abhängigkeit herzlich egal sein könnte.</p>
<p>Abgesehen von der dogmatischen Verbotslogik, spielen in Sachen Opiaten auf dem legalen Markt finanzielle Interessen eine Rolle: Die Pharmaindustrie will ihre synthetischen Opioide loswerden; Länder wie Australien und Frankreich wollen in der Opiumlandwirtschaft keine Konkurrenz aus dem Süden. So wird seitens der meisten westlichen Regierungen und der Vereinten Nationen die Forderung einiger NGOs, Afghanistan in den Kreis der Länder mit Lizenz zum Opiumanbau aufzunehmen, verächtlich abgetan. Ein Modell wie in Indien werde nicht funktionieren &#8211; zu groß sei dort die Korruption, zu groß die Gefahr, dass das lizenzierte Opium in dunkle Kanäle abgezweigt werde. Ein lächerliches Argument, angesichts einer afghanischen Opiumernte, die derzeit zu hundert Prozent auf den Schwarzmarkt gelangt.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Erschienen am 6. Mai 2010 in der luxemburgerischen Wochenzeitung <a href="http://www.woxx.lu/" target="_blank">Woxx</a>.</p>
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		<title>Neues und Altes aus dem Drogenstaat Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan
Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).
Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;Can [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-344" title="afgh" src="http://www.dropo.net/wp-content/uploads/2010/04/afgh.jpg" alt="afgh" width="440" height="330" /></strong></p>
<p><strong>Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan</strong></p>
<p>Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).</p>
<p>Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.tomdispatch.com/blog/175225/tomgram%3A_alfred_mccoy%2C_afghanistan_as_a_drug_war__" target="_self">Can Anyone Pacify the World&#8217;s Number One Narco-State?</a>&#8221; veröffentlicht. Dort spricht er einige interessante Aspekte an und zeigt auf, dass die Opiumlandwirtschaft sich wie ein gordischer Knoten um das Land geschlungen hat. Dazu geführt haben demnach u.a.:</p>
<p>- der jahrzehntelange Bürgerkrieg, der die landwirtschaftliche Infrastruktur (Bewässerungssysteme) zerstört und die modernen Waffen, die einen große Teile der Herden töteten</p>
<p>- Da Opiumanbau neumal arbeitsintensiver sei, als Weizenanbau, bot Opium eine sofortige saisonale Arbeitsmöglichkeit für über eine Million Afghanen. In dem zerstörten Land, mit zahllosen Binnenflüchtlingen, seien nur die Opiumhändler in der Lage gewesen, schnell Kapital aufzutreiben und Kredite zu vergeben.</p>
<p><span id="more-340"></span></p>
<p>McCoy sieht nur eine realistische Möglichkeit, Afghanistan aus dem heutigen Schlamassel zu befreien: Den Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur durch sehr viele kleine Projekte, um Nahrungspflanzen als Alternative zu Opium zu etablieren. Ein Drogenstaat, so McCoy, sei nur zu befrieden, wenn er kein Drogenstaat mehr ist.</p>
<p><strong>Die Legende vom Opium-Bann</strong></p>
<p>Immer wieder wird im Zusammenhang mit Afghanistan und Taliban auf den Opium-Bann von 2000 verwiesen. Den hätte die Taliban-Führung damals verfügt, um international an Reputation zu gewinnen. Dies entlarvte Romesh Bhattarchiji, ehemaliger Leiter der indischen Drogenbehörde CBN in einem Beitrag von 2002 als Mythos: &#8220;<a href="http://www.frontlineonnet.com/fl1919/19190660.htm" target="_blank">The narco-politics of Afghanistan</a>&#8220;.</p>
<p>Vielmehr, so Bhattarchiji, habe es ein Interesse westlicher Firmen gegeben, das Ansehen des Taliban-Regimes zu verbessern, um der Öffentlichkeit ein Pipeline-Projekt durch das Land besser schmackhaft machen zu können. Die Taliban, spekulierten wohl tatsächlich auf Entwicklungsgelder und internationale Anerkennung und nutzen die Dürre, die das zweite Jahr in Folge anhielt, um Delegationen der UN und Geberstaaten unbestellte Opiumfelder zu zeigen. Die Taliban nutzen den Bann also eher nach dem Prinzip der potemkischen Dörfer. Dass die Wahrnehmung der UN-Drogenbehörden eher von Wunschdenken als harten Fakten geprägt ist, dürfte ebenfalls eine Rolle gespielt haben.</p>
<p>Ob Bann oder Dürre, die Ernteausfälle hatten enorm schlimme Folgen für die Opiumbauern- und bäuerinnen. Das beschrieb Martin Jelma vom  niederländischen Transnational Institute im Jahr 2005: &#8220;<a href="http://tni.org/archives/archives_jelsma_taliban" target="_blank">Learning Lessons from the Taliban Opium Ban</a>&#8220;. In den Jahren 2000/2001 sei das informelle Banksystem zusammengebrochen, was zu einer anhaltenden Verschuldung vieler tausend Bauernfamilien geführt hätte; die die Zurückzahlung ihrer Kredite um ein Jahr verschieben mussten. Um die Schulden zu tilgen, seien Vieh, aber auchTöchter verkauft worden. Und, um Geld einzunehmen, wurde Ende 2001 mit vollem Schwung wieder Opium angebaut.</p>
<p><strong>Afghanistan Cannabis Survey 2010</strong></p>
<p>Ende März 2010 hat UNODC den Cannabis Report 2009 (<a href="http://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Afghanistan/Afghanistan_Cannabis_Survey_2009.pdf" target="_blank">pdf</a>, Engl.) für Afghanistan vorgestellt. Die Pflanze wächst dort in freier Wildbahn. Und wird, kaum überraschend, im großen Stil angebaut. Zwischen 1,500 bis 3,500 Tonnen Ernte würde im Jahr eingefahren. Das Nettoeinkommen aus der Ernte eines Hektar Cannabis sei mit 3.300 Dollar höher als das aus dem Anbau von Opium (2.000 Dollar). Trotzdem würde  weiterhin lieber Opium angebaut; Opiumanbau ist zwar arbeitsintensiver, die Pflanze wächst aber im wasserreichen Winter &#8211; und Opium lässt sich länger lagern. Die Cannabispflanze dagegen müsste im trockenen Sommer angebaut werden und das Ernteprodukt sei nicht so haltbar.</p>
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		<title>Irreführende Erfolgskriterien von UNODC</title>
		<link>http://www.dropo.net/2010/02/irrefuehrende-erfolgskriterien-von-unodc/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 09:56:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Oben stehendes Schaubild stammt aus der Studie &#8220;Afghanistans Drogenkarriere &#8211; Von der Kriegs- zur Drogenökonomie&#8221; (die Grafik stammt ursprünglich von UNODC). Die online verfügbare Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zeichnet auf 35 Seiten die Geschichte des Opiumanbaus in Afghanistan seit 1979 nach. Eine Transformation zu einer Drogenökonomie, so die Autorin Citha D. Maass, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-326" title="studie2" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2010/02/studie2.png" alt="studie2" width="510" height="346" /></p>
<p>Oben stehendes Schaubild stammt aus der Studie &#8220;Afghanistans Drogenkarriere &#8211; Von der Kriegs- zur Drogenökonomie&#8221; (die Grafik stammt ursprünglich von UNODC). Die <a href="http://www.swp-berlin.org/produkte/swp_studie.php?id=11881&amp;PHPSESSID=3e67222c0bc301fa101b9295ff64157c" target="_blank">online verfügbare Studi</a>e der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) zeichnet auf 35 Seiten die Geschichte des Opiumanbaus in Afghanistan seit 1979 nach. Eine Transformation zu einer Drogenökonomie, so die Autorin <a href="http://www.swp-berlin.org/forscher/forscherprofil.php?id=1361&amp;PHPSESSID=3e67222c0bc301fa101b9295ff64157c" target="_blank">Citha D. Maass</a>, sei seit 2002 zu beobachten. Sprich eine Volkswirtschaft, die von einem Wirtschaftszweig dominiert wird, der unter herrschenden internationalen Gesetzen als illegal gilt.</p>
<p><span id="more-323"></span></p>
<p>Die kompakte Studie, Anfang des Jahres veröffentlich, stellt kenntnisreich die komplexe Problematik der Opiumlandwirtschaft  und -industrie dar. In ihr wird  die Herangehensweise der UNODC kritisiert: Die Behörde der Vereinten Nationen würde &#8220;irreführende Erfolgskriterien&#8221; heranziehen; so gelte eine Provinz als &#8220;drogenfrei&#8221;, wenn der Anbau von Opiumpflanzen dort unter eine Fläche von 100 ha schrumpfe. Maass bemängelt, dass die Ausweitung der Heroinprodukiton ignoriet würde. Das gelte auch  für den Anstieg des Cannabis-Anbau: Afghanistan sei mittlerweile der weltgrößte Cannabislieferant. Ebenfalls spricht die Forscherin die &#8220;selektive politische Blindheit&#8221; der internationalen Gemeinschaft gegenüber den Verbindungen von Drogenhändlern und hohen politischen Beamten in der Regierung Karzai an (S. 23f).</p>
<p>Abschließend werden in der Studie Empfehlungen ausgesprochen: So müsse man sich auf einen langsamen Wandel von 20 bis 30 Jahre weg von dem Opiumanbau einstellen. Als Methoden werden allerdings nur altgebrachte Konzepte angeraten: Repression und Alternative Entwicklung. Die Option des Anbaus für medizinische Zwecke, die anderswo <a href="http://www.poppyformedicine.net/" target="_blank">diskutiert</a> wird, taucht nur in einer Fußnote mit Verweis auf die Türkei auf.</p>
<p>Unlängst hat UNODC die mittlerweile schon traditionell zu nennende Winter-Untersuchung über die zu erwartende Opiumernte in Afghanistan <a href="http://www.unodc.org/unodc/en/frontpage/2010/February/unodc-predicts-stable-opium-crop-in-afghanistan.html" target="_blank">veröffentlicht</a>. Im &#8220;Winter Rapid Assement&#8221; heißt es, dass sich gegenüber den vergangen Jahren nichts am Anbauumfang geändert habe. Allerdings würden insgesamt schlechte Wetterbedingungen wohl für einen niedrigeren Ertrag sorgen.</p>
<p>(via <a href="http://www.hanfplantage.de/uno-opiumanbau-afghanistan-stabil-bleiben-13-02-2010" target="_blank">hanfplantage.de</a>)</p>
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		<title>Burma: Bäuerinnen über den von der Junta geduldeten Opiumanbau</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 14:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass die Aussagen des Vereinten Nationen hinsichtlich des &#8220;Erfolgs&#8221; in Sachen Drogenpolitik trotz widersprüchlichen Zahlen immer auf Erfolg gebürstet sind, ist ärgerlich. Aber angesichts der Abwesenheit einer Kultur von Zweifel und Selbstkritik innerhalb von politischen Organisationen kaum verwunderlich.
Ein Report, für den 30 burmesische Bäuerinnen Informationen zugeliefert haben, ist nun von der Women&#8217;s League of Burma [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-311 alignright" title="poisoned" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2010/02/poisoned.jpg" alt="poisoned" width="180" height="259" />Dass die Aussagen des Vereinten Nationen hinsichtlich des &#8220;Erfolgs&#8221; in Sachen Drogenpolitik trotz widersprüchlichen Zahlen immer auf Erfolg gebürstet sind, ist ärgerlich. Aber angesichts der Abwesenheit einer Kultur von Zweifel und Selbstkritik innerhalb von politischen Organisationen kaum verwunderlich.</p>
<p>Ein Report, für den 30 burmesische Bäuerinnen Informationen zugeliefert haben, ist nun von der <a href="http://www.womenofburma.org/" target="_blank">Women&#8217;s League of Burma</a> und der &#8220;Palaung&#8217;s Women&#8217;s Organization&#8221; veröffentlicht worden. &#8220;<a href="http://www.womenofburma.org/Report/PoisonedHillsFinal.pdf" target="_blank">Poisoned Hills</a>&#8221; (3,5 MB, pdf, Engl. ), so der Titel des Werks, schildert die Umstände in den Gemeinden Namkham und Mantong in Nord-Burma. Dort hat sich unter Kontrolle der Militärregierung der Anbau von Opium in den vergangen drei Jahren verfünfacht. Das UN Office for Drugs and Crime, UNODC, dass mit der Militärjunta kooperiert, kommt in seinem Drogenbericht gerade einmal  auf  eine Verdopplung der Anbaufläche (siehe UNODC: Opium cultivation in South-East Asia 2009, <a href="http://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/SEA_Opium_survey_2009.pdf" target="_blank">pdf</a>, 7,5MB).</p>
<p><span id="more-309"></span></p>
<p>Der Bericht &#8220;Poisoned Hills&#8221; beschreibt, wie Staatsbeamte gegen Geld den Opiumanbau dulden, wie staatliche &#8220;Anti-Drogen-Teams&#8221; wenig gegen den Opiumanbau unternehmen und wie in den umliegenden Ortschaften sich die Probleme durch Drogenkonsum verschärft haben. Mehr Hintergrund zum Report <a href="http://ipsnews.net/news.asp?idnews=50170" target="_blank">findet sich beim InterPressService</a> &#8211; auch eine Einschsätzung darüber, welches Risiko die am Report beteiligten Frauen eingegangen haben &#8211; mit Regimekritikern geht die Militärjunta bekanntlich wenig zimperlich um.</p>
<p>Bereits 2006 veröffentlichte die &#8220;Palaung&#8217;s Women&#8217;s Organization&#8221; den Report &#8220;<a href="http://www.womenofburma.org/Report/PoisonedFlowers.pdf" target="_blank">Poisoned Flowers</a>&#8221; (pdf), der anhand von zahlreichen Interviews die Folgen der Opiumlandwirtschaft und Heroinprouktion in den Gemeinden im nördlichen Shanstaat mit sich bringt.</p>
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		<title>UN-Report: Drogenökonomie und Taliban</title>
		<link>http://www.dropo.net/2009/10/un-report-drogenoekonomie-und-taliban/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 18:05:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[UNODC]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
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		<description><![CDATA[
Vor einigen Tagen hat das UN Büro für Drogen und Kriminalität UNODC ein Bericht zu Afghanistan veröffentlicht: &#8220;Addiction, Crime and Insurgency: The Transnational Threat of Afghan Opium&#8220;. Der detailierte 150-seite Bericht widmet sich etwa dem Problem der Abhängigkeit entlang der Handelsrouten, der Finanzierung der Aufständischen durch die Drogenökonomie, die Flüchtlingslager und nicht zuletzt Korruption. Interessant [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-246" title="afghan_opium_trade_2009_web-67" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/10/afghan_opium_trade_2009_web-67.png" alt="afghan_opium_trade_2009_web-67" width="500" height="350" /></p>
<p style="text-align: left;">Vor einigen Tagen hat das UN Büro für Drogen und Kriminalität UNODC ein Bericht zu Afghanistan veröffentlicht: &#8220;<a href="http://www.unodc.org/unodc/en/data-and-analysis/addiction-crime-and-insurgency.html" target="_blank">Addiction, Crime and Insurgency: The Transnational Threat of Afghan Opium</a>&#8220;. Der detailierte 150-seite Bericht widmet sich etwa dem Problem der Abhängigkeit entlang der Handelsrouten, der Finanzierung der Aufständischen durch die Drogenökonomie, die Flüchtlingslager und nicht zuletzt Korruption. Interessant ist, dass sich kleinteilig Regionen gewidmet wird und auf die Geschichte der einzelnen Stammesgesellschaften eingegangen wird.</p>
<p style="text-align: left;">Neben einer recht ausführlich geratenen Zusammenfassung teilt sich der Report in zwei Teile: einmal Handel und andererseits dem Zusammenhang zwischen der Drogenökonomie und dem Krieg im Lande. Illustriert wird das Werk durch etliche Karten und Diagramme.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-245"></span></p>
<p style="text-align: left;">Im Schlusswort des Reports heißt es: &#8220;Zwischen 2002 und 2008 haben afghanische Bauern insgesamt etwa 6,4 Milliarden US-Dollar durch Opiumanbau verdient; afghanische Drogenhändler verdienten ungefähr 18 Milliarden Dollar durch Verarbeitung und Handel mit heimischen Opium. Im gleichen Zeitraum erbrachte das afghanische Opium zwischen 400 und 500.000 Milliarden. Anhand der Festnahmezahlen ist anzunehmen, dass möglicherweise rund eine Million Händler weltweit daran beteiligt sind,  die um die 16 Millionen Konsumenten von Opiaten jährlich mit Opiaten zu versorgen&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Über die Problematik der Berechnung der Drogenökonomie finden sich beim Transnational Institue <a href="http://www.tni.org/en/article/economic-impact-illicit-drug-industry" target="_blank">weiterführende Quellen.</a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Gleichzeitig mit Veröffentlichung des Reports stellte UNODC folgendes Video zur Verfügung, quasi einen Trailer zum Report:</p>
<p style="text-align: left;">
<p><object width="480" height="295" data="http://www.youtube.com/v/KwkSMo069mM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/KwkSMo069mM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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		<title>Strategiewechsel in Afghanistan</title>
		<link>http://www.dropo.net/2009/07/strategiewechsel-in-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 14:10:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Richard Holbrooke, der Sondergesandte von US-Präsdident Obama für Afghanistan, hat Ende Juni auf einer Afganistankonferenz einen Strategiewechsel verkündet: Eine weitere Vernichtung von Opiumfeldern würde es nicht geben, sagte er gegenüber Reuters: &#8220;So I need to stress this: the poppy farmer is not our enemy. The Taliban are. And to destroy the crops is not an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:HeroinWorld-en.svg" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-192" title="tria" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/07/tria.jpg" alt="tria" width="440" height="279" /></a></p>
<p>Richard Holbrooke, der Sondergesandte von US-Präsdident Obama für Afghanistan, hat Ende Juni auf einer Afganistankonferenz einen Strategiewechsel verkündet: Eine weitere Vernichtung von Opiumfeldern würde es nicht geben, sagte er <a href="http://www.reuters.com/article/newsOne/idUSTRE55Q1GJ20090627" target="_blank">gegenüber Reuters</a>: &#8220;So I need to stress this: the poppy farmer is not our enemy. The Taliban are. And to destroy the crops is not an effective policy and the U.S. has wasted hundreds and hundreds of millions of dollars on this program, and that is going to end.&#8221; Vielmehr, so Holbrooke, soll der Handel mit Vorläuferstoffen bekämpft werden und die Drogen-Großhändler.<span id="more-190"></span></p>
<p>Der Leiter des UN Office for Drugs and Crime (UNODC), Antonio Maria Costa, hatte auf dem gleichen Treffen im italienischen Triest das Vorgehen der USA als &#8220;traurigen Witz&#8221;<a href="http://www.reuters.com/article/latestCrisis/idUSLR127167" target="_blank"> bezeichnet</a>. Viele afghanischen Soldaten und Polizisten seien umgekommen, um etwa 5000 Hektar Mohnanbau zu vernichten &#8211; etwa drei Prozent der gesamten Anbaufläche.</p>
<p>Ob der Strategiewechsel Erfolg zeigen wird, soll bei westlichen Geheimdiensten<a href="http://www.die-topnews.de/geheimdienste-us-strategie-zur-bekaempfung-der-afghanischen-drogenkartelle-aussichtslos-357464" target="_blank"> umstritten sein</a>. Die Drogen-Warlords werden sich wohl massiv wehren, will man ihnen habhaft werden, heißt es. Auch habe der afghanische Präsident Karzai immer wieder seine schützende Hand über Drogenhändler gehalten; weiter hält sich das Gerücht, dass sein Bruder in den Drogenhandel involviert sei; generell gilt die afghanische Politikerkast als recht korrupt (<a href="http://www.mcclatchydc.com/homepage/story/67723.html" target="_blank">siehe hier</a>: &#8220;Afghan drug trade thrives with help, and neglect, of officials&#8221;, 10.05.09). Erst kürzlich <a href="http://www.boston.com/news/world/middleeast/articles/2009/07/03/presidential_pardons_nullify_victories_against_afghan_drug_trade/" target="_blank">begnadigte</a> Harzai fünf bedeutende Drogenhändler, die 2007 zu über 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden waren. Einer von ihnen soll ein Neffe eines der großen Finanziers von Karzais aktuellen Wahlkampf sein.</p>
<p>Auch  der afghanische Anti-Drogen-Minister Khodaidad legt eine gewisse Unbedarftheit an den Tag: Er <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/06/28/AR2009062800226.html" target="_blank">hält das derzeitige Vorgehen</a> in Sachen Drogenstrategie in seinem Land für &#8220;perfekt.&#8221; Selbiger Minister hatte zuvor vermeintliche Mohnsamen als eine neue Sorte von &#8220;Super-Poppy&#8221; indentifiziert. Ende Juni waren 1,3 Tonnen dieser Samen vom britischen Militär unter großen Gejubel beschlagnahmten worden. Doch<a href="http://www.guardian.co.uk/world/2009/jun/30/kabul-opium-haul-british-military" target="_blank"> stellte sich</a> bald heraus, dass es sich um einfache Mungobohnen handelte.</p>
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		<title>Internationale Drogenkontrolle und afghanisches Opium</title>
		<link>http://www.dropo.net/2007/05/artikel-internationale-drogenkontrolle-und-afghanisches-opium/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2007 07:08:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[INCB]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Rauschmittel zum Medikament &#8211; 08.05.2007
In Afghanistan wird auch dieses Jahr eine Rekordopiumernte erwartet. Aus dem Opium wird Heroin vorwiegend für den europäischen Rauschgiftmarkt hergestellt. International mehren sich die Stimmen, die fordern, den afghanischen Schlafmohn für die Herstellung von Medikamenten wie Morphium und Codein zu nutzen. Doch die UN-Drogenkontrollbehörden und die US-Regierung halten nichts von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom Rauschmittel zum Medikament &#8211; 08.05.2007</p>
<p>In Afghanistan wird auch dieses Jahr eine Rekordopiumernte erwartet. Aus dem Opium wird Heroin vorwiegend für den europäischen Rauschgiftmarkt hergestellt. International mehren sich die Stimmen, die fordern, den afghanischen Schlafmohn für die Herstellung von Medikamenten wie Morphium und Codein zu nutzen. Doch die UN-Drogenkontrollbehörden und die US-Regierung halten nichts von der Idee.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25197/1.html">Link</a> zum Artikel bei Telepolis</p>
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		<title>Opiumanbau als Option für kanadische Bauern</title>
		<link>http://www.dropo.net/2007/04/opiumanbau-als-option-fuer-kanadische-bauern/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2007 09:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Opium]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis zu 100 Millionen kandische Dollar Einkommen könnten Farmer im Norden Amerikas durch Opiumanbau für medizinische Zwecker erwirtschaften. Meint zumindest der kanadische Biologe Peter Fachini (Foto) an der Universität von Calgary.   Kanada sei weltweit der größte  Importeur Nr. 1 von Kodein, stellt der Forscher in einem Zeitungsartikel fest. Ähnlich den Farmern in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zu 100 Millionen kandische Dollar Einkommen könnten Farmer im Norden Amerikas durch Opiumanbau für medizinische Zwecker erwirtschaften. Meint zumindest der kanadische Biologe <a href="http://www.bio.ucalgary.ca/contact/faculty/facchini.html" target="_blank">Peter Fachini </a>(Foto) an der Universität von Calgary.   Kanada sei weltweit der größte  Importeur Nr. 1 von Kodein, stellt der Forscher in einem <a href="http://www.cbc.ca/canada/calgary/story/2007/02/06/alberta-poppies.html" target="_blank">Zeitungsartikel</a> fest. Ähnlich den Farmern in Australien können deren kanadischen Kollegen im Westen des Landes eine lukrative Einkommensquelle aus dem Anbau von Opium für die Herstellung von Schmerzmitteln generieren und gleichzeitig den Eigenbedarf des Landes decken.</p>
<p align="left"><span id="more-26"></span> Fachini betreibt eines der zwei (legalen bzw. bekannten) Labore weltweit, in denen Opiumpflanzen erforscht werden, heisst es in einem <a href="http://www.ucalgary.ca/news/uofcpublications/umagazine/winter2007/poppy/" target="_blank">Artikel</a> des Magazins seiner Universität. Eine Sondererlaubnis gestattet den Anbau von 100 Schlafmohnpflanzen. Der Wissenschaftler  ist u.a. Mitautors des Beitrags &#8220;<span lang="DE">Pharmacological Aspects of the Global Opium Market&#8221;</span><span lang="DE"> (</span><a href="http://www.senliscouncil.org/modules/publications/008_publication/pharmacological_aspects_exec_summ/pharmacological_aspects" target="_blank">pdf)</a> für den <a href="http://www.senliscouncil.org/" target="_blank">Senlis Council</a>, der in Sachen medizinisches Opium in Afghanistan arbeitet.</p>
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		<title>Buch: Trouble in the Triangle</title>
		<link>http://www.dropo.net/2005/11/buch-trouble-in-the-triangle/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2005 11:14:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>

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		<description><![CDATA[Unruhe im Goldenen Dreieck &#8211;  Myanmar und das Opiumproblem
 
Militärjunta, aufständische Minderheiten und Opium – weiterhin ist die Lage im südostasiatischen Myanmar kompliziert. Mit Fokus auf die Drogenpflanze versucht ein neues Buch, die Fäden etwas zu entwirren.
Alle Jahre wieder kommt scheinbar frohe Kunde aus Myanmar: Der Opiumanbau im früheren Burma sei zurückgegangen, meldet das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span lang="DE">Unruhe im Goldenen Dreieck &#8211;  Myanmar und das Opiumproblem</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> </span></p>
<p align="left"><em>Militärjunta, aufständische Minderheiten und Opium – weiterhin ist die Lage im südostasiatischen Myanmar kompliziert. Mit Fokus auf die Drogenpflanze versucht ein neues <a href="http://www.tni.org/books/trouble.htm" target="_blank">Buch</a>, die Fäden etwas zu entwirren.</em></p>
<p><em><span lang="DE">A</span></em><span lang="DE">lle Jahre wieder kommt scheinbar frohe Kunde aus Myanmar: Der Opiumanbau im früheren Burma sei zurückgegangen, meldet das Drogenkontrollprogramm der Vereinten Nationen (UNODC). Mittels umfangreicher Stichproben verschafft sich UNODC seit 1996 einen Überblick über den Opiumanbau im Shan-Staat im Osten des Landes. Die Ergebnisse werden jährlich in einem »Opium Survey« veröffentlicht.</span></p>
<p><span id="more-6"></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> In dessen Ausgabe von 2005 heißt es, die Anbaufläche der Schlafmohnpflanzen sei in Myanmar erneut um ein Viertel auf 33 000 Hektar gesunken. Die Ernte betrage nur noch 320 Tonnen des Heroingrundstoffes Rohopium. Allerdings ist selbst die UNO nicht nur begeistert von ihrem Erfolg, denn mit dem von der internationalen Gemeinschaft geforderten Opiumbann geht eine Umsiedlung Zehntausender Menschen unter Zwang einher. Durch den Bann fehlt ihnen Opium als Medizin und Einkommensquelle: Eine Hungersnot zeichnet sich ab.<br />
Dass die Zahlen der UNO mit Vorsicht zu genießen sind und es andere Wege als ein Opiumverbot geben könnte, zeigt das kürzlich erschienene Buch des »<a href="http://www.tni.org/drugs/index.htm" target="_blank">Transnational Institute</a>« (TNI) aus Amsterdam: »Trouble in the Triangle – Opium and Conflict in Burma«. In zehn Kapiteln beleuchten ebenso viele Autoren in englischer Sprache die komplexe Problematik des Opiumanbaus in Myanmar.<br />
Der Tenor des Buches, in dessen Vorwort eine »menschlichere Drogenpolitik« gefordert wird, wendet sich gegen die internationale Drogenprohibition, die in den Anbaustaaten in der Regel die Existenz der meist armen Drogenbauern bedroht. Auf 230 Seiten finden sich neben der globalen Perspektive der Drogenpolitik durch Exkurse nach Kolumbien und Afghanistan auch Analysen über die Grenzregionen Myanmars mit China, Indien und Thailand.<br />
Die ersten Kapitel des Buchs handeln von den ethnischen Minderheiten der Wa und der Shan. In ihrem Konflikt mit dem Regime in der Hauptstadt Yangon hat Opium immer eine wichtige Rolle gespielt. Adrian Cowell zeigt in seinem Text »Opium anarchy in the Shan State of Burma«, dass die Shan weniger aus ideologischen Gründen die Fronten zwischen pro-kommunistisch und pro-westlich wechselten als vielmehr aus strategisch-pragmatischen Gründen.<br />
Im Kapitel »The Black Hole of ›China White‹« von Guilhem Fabre wird deutlich, dass durch die von Staats wegen verheimlichte Heroin- und Opiumsucht in der Volksrepublik China dort eine Nachfrage nach Opium aus Myanmar besteht und dort folglich mehr angebaut werden dürfte, als die Vereinten Nationen behaupten.<br />
Martin Jelsma schließlich, unter dessen Federführung das TNI seine einzigartige Forschung zu Entwicklungs- und Drogenpolitik führt, skizziert die Rolle Myanmars auf dem globalen Drogenweltmarkt. So sinkt zwar der Stellenwert des Heroins aus Myanmar, doch wird von dort die weiter boomende Nachfrage nach Speed-Pillen auf dem asiatischen Markt gedeckt. Weiter legt Jelsma den kaum bekannten Fakt dar, dass weltweit legal mehr Opium für medizinische Zwecke (Morphium, Codein) angebaut wird – etwa in Australien und Frankreich – als illegal in Afghanistan und Myanmar. Beiden »Entwicklungsländern« wird der legale Anbau für medizinischen Zwecke aber bislang von den Vereinten Nationen verwehrt.</span></p>
<p>TNI (Hg.): Trouble in the Triangle – Opium and Conflict in Burma. Silkworm Books, Bangkok, 231 S., brosch.</p>
<p class="MsoNormal">&#8212;&#8211;</p>
<p class="MsoNormal">Lorenz Matzat, &#8211; erschienen am 29. 11.2005 in Neues Deutschland (<a href="http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=81725&amp;IDC=12&amp;DB=Archiv" target="_blank">Link</a>)</p>
<p class="MsoNormal">
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		</item>
		<item>
		<title>Bauernopfer im Goldenen Dreieck</title>
		<link>http://www.dropo.net/2005/06/bauernopfer-im-goldenen-dreieck/</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2005 17:30:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Myanmar/Burma]]></category>
		<category><![CDATA[Südasien]]></category>
		<category><![CDATA[ATS]]></category>
		<category><![CDATA[Opium]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Anti-Drogen-Programme der UN führen in Burma zu sozialer Not
Eigentlich sollen so genannte Alternative Entwicklungsprogramme der Vereinten Nationen (UN) in Südostasien die Opiumproduktion durch legale Agrarprodukte ersetzen helfen. Im Shanstaat in Burma, einem der wichtigsten Anbaugebiete für Schlafmohn, entfaltet sich durch den Opiumbann jedoch zunehmend eine humanitäre Krise. Die UN kann kaum mehr die Folgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><strong>Die Anti-Drogen-Programme der UN führen in Burma zu sozialer Not</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><em>Eigentlich sollen so genannte Alternative Entwicklungsprogramme der Vereinten Nationen (UN) in Südostasien die Opiumproduktion durch legale Agrarprodukte ersetzen helfen. Im Shanstaat in Burma, einem der wichtigsten Anbaugebiete für Schlafmohn, entfaltet sich durch den Opiumbann jedoch zunehmend eine humanitäre Krise. Die UN kann kaum mehr die Folgen ihrer eigenen Anti-Drogen-Politik abfedern.</em></span></p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-14"></span> (Am Ende findet sich ein Abschnitt zum Hintergrund der &#8220;Militärdiktatur in Burma&#8221;)</p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">&#8220;Sie werden sehen, wie das eine soziale Übel durch ein anderes soziales Übel ersetzt wird. Wenn jemand kein Einkommen mehr durch das Opium hat, wird er vielleicht seine hübsche 14-jährige Tochter fragen, ob sie nach Thailand geht und dort in einem Bordell arbeitet“. Mit diesen resignierten Worten beschrieb der Chef des UN-Büros für Drogen und Kriminalität (UNODC) in Burma, Jean-Luc Lemahieu, bereits Ende 2003, was aus der Durchsetzung des Opiumbanns im Shanstaat in Burma folgen könnte. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Der Shanstaat im Osten Burmas ist einer der sieben Minderheiten-Staaten des Landes. Nach dem Waffenstillstand mit der burmesischen Regierung hat sich die ehemaligen aufständische United Wa State Army (UWSA), die einst für ein kommunistisches Burma kämpfte, in der autonomen „Sonderregion 2“<span> </span>eingerichtet. Dieses Gebiet an der Grenze zur chinesischen Provinz Yunnan nimmt ungefähr ein Sechstel des gesamten Shanstaates ein.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Der Shanstaat stößt im Süden an Thailand, nach Laos ist der Mekong die natürliche Grenze. Dies ist das so genannte Goldene Dreieck, benannt nach den Goldbarren, die einst bevorzugtes Zahlungsmittel waren. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wird hier Schlafmohn angebaut und das daraus gewonnene Opium gehandelt. Der Mohn wächst insbesondere in den Höhenlagen ab 1500 bis 2000 Metern. An den Hängen wird Schwendwirtschaft (slash-and-burn) betrieben: höherer Bewuchs wird abgehakt und das Feld vor der Saat abgebrannt, Wurzeln werden im Erdreich gelassen. Während der<span> </span>Regenzeit (April bis September) wird Trockenreis angebaut. Danach wird der lukrative Schlafmohn angebaut. Die Aussaat erfolgt im September und Oktober, die Ernte im Februar und März.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Im nordöstlichen Teil des Shanstaats wird die „Sonderzone 1“ von der Kokang-Minderheit regiert. Sie haben den Opiumbann bereits durchgesetzt. Dorthin muss das World Food Programm der UN<span> </span>schon Nothilfe durch Nahrungsmittellieferungen leisten. Zum 26. Juni 2005, dem internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und -schmuggel, will die benachbarte UWSA ihre eigene Sonderzone opiumfrei sehen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><br />
Im Banne des Opiums</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> Der Opiumbann kommt viel zu schnell und zu früh für die Bauern und Bäuerinnen, deren einziges „cash crop“ die Schlafmohnpflanze ist. 100.000 von ihnen will die Wa-Führung umsiedeln, über 40.000 sollen bereits an die Grenze nach Thailand gebracht worden sein. Viele von ihnen kehren aber zurück oder ziehen in andere Gegenden Burmas, um dort weiter Opium anzubauen, heißt es. Die umgerechnet 150 bis 300 Dollar zusätzlichen Einkommens durch den Verkauf des Rohopiums sind für die MohnanbauerInnen überlebensnotwendig. <span> </span>Dreiviertel der Wa in der Sonderegion 2 leiden bis zu sechs Monate im Jahr an Reisknappheit. Mit dem Opiumgeld können sie Nahrungsmittel kaufen, Kleidung und Medikamenten und das Schulgeld für die für die Kinder bezahlen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Zur Kompensation der Einnahmenverluste durch den Opiumbann wurden vor Ort Alternative Entwicklungsprojekte (AE) eingerichtet. Die UN selbst startete 1998 ein Programm für 40.000 Personen in fünf Gemeinden. Ein weiteres Projekt wird von der thailändischen Regierung finanziert. Beispielsweise versucht man zweimal im Jahr Reis zu ernten, indem Bewässerungstechniken und besseres Saatgut eingeführt werden. Große Gummibaum-Plantagen oder etwa Macadamia-Nüsse für den Export nach China, sollen das Opium als Handelsgut ersetzen. Weitere Bestandteile der Projekte sind beispielsweise der Bau von Straßen und Aufbau einer Trinkwasserversorgung. In der Sonderregion 2 <span> </span>arbeiten auch die deutschen Maltester, die France´s Aide Médicale und andere NGOs.<span> </span>Das Problem ist, das die langfristigen Bemühungen durch den Opiumbann von den lokalen Machthabern, der UWSA, torpediert werden, die auf gewaltsame Vernichtung der Vernichtung der Drogenfelder setzten. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Nach wie vor gilt Burma als weltweit zweitgrößter Produzent von Opium, dem Grundstoff für Heroin. Das UNODC sieht seit Jahren einen stetigen Rückgang von Anbaufläche und Ernte. Für 2003 nimmt es eine Opiumproduktion zwischen 560 und 1.060 Tonnen an; 2004 sollen es sogar nur noch 370 Tonnen gewesen sein. 1996 seien es 2.500 Tonnen gewesen. Den Umfang der Opiumernte zu erfassen, ist jedoch nur sehr ungenau möglich. Der Ertrag eines Hektars kann zwischen 4 bis über 30 Kilogramm liegen, je nach Bodenbeschaffenheit, Lage des Feldes, Saatgut und Witterungsverhältnissen. Die USA führen mit eigenen Satelliten Messungen durch, deren Ergebnisse für die vergangenen Jahre sogar niedriger liegen als die der UN. Diese lässt einen Bericht (Opiumsurvey) durch Teams erstellen, die einen kleineren Teil der Dörfer in den bedeutendsten Anbaugebieten besuchen. Bauern werden über die Ernte und die Marktsituation befragt, Opiumfelder und Pflanzen vermessen. 240.000 Familien, so die UN, bauten 2004 im Shanstaat Opium an.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><br />
Zweifelhafte Erfolgsmeldungen&#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Die von Thailand aus arbeitende regimekritische Gruppe Shan Herald Agency for News (SHAN) hat die Ergebnisse des zweiten UN-Opiumsurveys von 2003 in Frage gestellt. Ihren Erkenntnissen nach sei die Opiumanbaufläche im Shanstaat bis zu viermal so groß wie von UNODC behauptet. Dabei stützt SHAN sich auf eigene Umfragen und verweist darauf, dass die Teams der UN meistens von burmesischen Regierungsangestellten bestehen oder mindestens von einem begleitet werden. Ehrliche Antworten der Bauern seien in diesen Fällen nicht zu erwarten. Sie würden nur einen Teil ihrer Felder zeigen, da sie Angst vor Repressionen hätten. Außerdem hätten sich besagte Teams nur entlang der Straßen und kaum ins unwegsame Hinterland bewegt. Nach Ansicht von SHAN benutzt das Regime in der Hauptstadt Yangon die Erfolgsmeldungen von UNODC nur dazu, um internationale Anerkennung zu erlangen. Die Bauern im östlichen Shanstaat müssten dafür herhalten, weil dort keine Interessen von Gruppen berührt werden, mit denen das Militärregime einen Waffenstillstand geschlossen hat. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Tatsächlich sind Zweifel an den Erhebungen seitens der internationalen Drogenkontrollbehörden in Burma angebracht. Es gibt Hinweise, dass sich der Mohnanbau schon längst nicht mehr auf den Shanstaat konzentriert – die UN glaubt, dass sich dort 90 Prozent der Anbauflächen Burmas befinden &#8211; sondern sich über das ganze Land ausgebreitet hat. Die Mohnfelder können so klein sein oder an derart steilen Hängen liegen, dass die Auflösung der Kameras in den Satelliten sie gar nicht eindeutig erfassen könnte. Von der thailändischen Grenze wird zudem berichtet, dass der Preis für Heroin relativ stabil geblieben sei. Kein Indiz für eine sinkende Ernte, wenn man annimmt, dass die Nachfrage gleich geblieben ist.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><br />
&#8230;und fragwürdige Rolle der UN</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Auf einer Sondersitzung der UN-Vollversammlung (UNGASS) ist 1998 beschlossen worden, den illegalisierten Schlafmohn- und Kokaanbau bis 2008 weltweit zu „eliminieren oder signifikant zu reduzieren“. Die Staatengemeinschaft ist von diesem Ziel jedoch so weit entfernt wie eh und je. Selbst wenn in Burma tatsächlich die Opiumproduktion verringert wurde, lässt dies den Heroin-Weltmarkt anscheinend unberührt. Preis und Reinheitsgrad von Heroin unterliegen kaum Schwankungen. Afghanistan versorgt Russland und Europa, Burma liefert nach wie vor an China und andere südostasiatische Staaten. Von dort aus geht die Ware nach Australien und in die USA. Nordamerika wird aber verstärkt auch von neuen Mohnplantagen in Mexiko und Kolumbien versorgt. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Das in Burma nach wie vor weithin verfügbare Heroin hat, auch es wenn die Labore im Goldenen Dreieck in äußerster Reinheit verlässt, schlimme Folgen mit sich gebracht: Zwischen 150.000 und 250.000 Heroinkonsumenten soll es in Burma geben, vornehmlich entlang der Drogenhandelsrouten. Meist wird die Droge injiziert. Die Benutzung von mehrfach gebrauchten Spritzen ist dabei üblich, nicht zuletzt, weil die rigide Drogengesetzgebung für den Besitz einer sterilen Spritze ohne Lizenz Strafen von bis zu einem halben Jahr Gefängnis vorsieht. Bereits im Jahr 2000 ging man davon aus, dass über 60 Prozent der burmesischen Konsumenten HIV-positiv waren. Über eine halbe Millionen Erwachsene und Kinder sollen im selben Jahr infiziert gewesen sein. UNAIDS rechnet mit jährlich über 50.000 Aids-Toten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Es deutet einiges darauf hin, dass nahezu alle Ebenen der burmesischen Militärhierarchie am Drogenhandel beteiligt sind &#8211; durch Handaufhalten, Wegsehen, Steuererhebung auf Anbau und Handel bis hin zum Transport und aktiven Handel. Die UWSA wiederum wurde seitens der USA als größten Drogenorganisationen der Welt bezeichnet. Sieben ihrer Führer werden von den USA steckbrieflich gesucht. Der prominenteste von ihnen, Maha Sang, auf den ein Kopfgeld von zwei Millionen Dollar ausgesetzt war, wurde kürzlich in Nordthailand festgenommen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Beobachtet man den Boom des Marktes von Amphetamine-Type-Stimulants (ATS) in Südost- und Ostasiens seit Ende der 80iger-Jahre, liegt es nahe, dass ehemals aufständische Gruppen in Burma den Heroinmarkt &#8211; und damit auch der Opiumanbau -<span> </span>zu Gunsten der Speedpillen aufgeben. So vermutet die UN, dass etwa 700 Mio. Stück der Pillen pro Jahr von Burma aus nach Thailand geliefert werden, wo sie Yaa Baa, verrückte Medizin, genannt werden. Der Marktspreis für eine Pille liegt zwischen 50 US-Cent bis zwei Dollar. Die Produktion der Droge kann nahezu mit haushaltsüblichen Mitteln erfolgen und ist damit unauffälliger, flexibeler und dezentraler zu organisieren, als der Opiumanbau. Die Durchsetzung des Opiumbanns der UWSA dient dazu, das Verhältnis mit der mit der burmesischen Regierung zu pflegen. Beide Waffenstillstandpartner haben ein Interesse daran das Image des Drogendealers loszuwerden. Yaa Baa ist weiterhin ein regionales Symptom, der Heroinmarkt erreicht die Industrieländer und erhält entsprechend mehr Aufmerksamkeit.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Burma hat sich dem gemeinsamen Ziel der südostasiatischen Länder angeschlossen, bis 2015 „drogenfrei“ sein zu wollen. Dass im Shanstaat nun repressiv vorgeprescht wird, um sich als Musterschüler zu profilieren, ist ein Dilemma für UNODC. Denn damit wird nicht gerade verwirklicht, was die UN mit ihren Entwicklungszielen erreichen will. An diesem Dilemma ist die UN-Organisation allerdings nicht unschuldig, hat sie doch an der Ausarbeitung der Drogenstrategie des Militärregimes mitgearbeitet. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">In Burma funktioniert das Konzept Alternative Entwicklung noch schlechter als in anderen Opium- oder Kokaanbauregionen. Eigentlich will AE hauptsächlich mit positiven Anreizen für die Anbauer der Drogenpflanzen arbeiten: internationale Organisationen stellen zusammen mit NGOs den Abschied von ökonomischer Armut in Aussicht, versprechen Fortschritt und irgendwann einmal sogar Wohlstand. Nur im Ausnahmefall ist vorgesehen, auf Repression zurückzugreifen, also auf Feldervernichtung, Gefängnis und Vertreibung. Das erledigen dann in der Regel die Sicherheitskräfte des jeweiligen Partnerlandes.</span></p>
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Ein legaler Ausweg</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Aber muss sich eine UN-Institution wundern, dass der burmesische Staat bereit ist, im wahrsten Sinne des Wortes ein Bauernopfer zu bringen? Sie weiß genau, dass sie mit einer Diktatur zusammenarbeitet, die seit Jahrzehnten demonstriert, wie unwichtig ihr die eigene Bevölkerung und vor allem die Minderheiten sind. Auf Druck der UN wird der einzige weltmarkttaugliche Landwirtschaftszweig in Burma aufgrund der Ideologie, dass bestimmte Drogen für den Privatgebrauch verboten sind, aufgegeben. Die Problematik des Drogenmissbrauchs löst die UN durch ihr Vorgehen gegen die MohnbauerInnen ohnehin nicht. Der wachsenden Produktion von synthetischen Drogen stehen die UN hilflos gegenüber. Die Kontrolle der chemischen Grundstoffe für die Herstellung von Yaa-Baa-Pillen, aber auch von Heroin, funktioniert nicht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Wäre UNODC tatsächlich an einer nachhaltigen Verbesserung der Situation von MohnanbauerInnen interessiert, würde sie dafür eintreten, den Anbau in Afghanistan (4.200 Tonnen Opiumernte laut UNODC), Burma (370 t) und Laos (43 t) zu legalisieren. Ein sofort gangbarer Weg: Nach jetziger internationaler Drogengesetzgebung ist der Anbau für medizinische Zwecke erlaubt, etwa zu Herstellung von Morphium und Codein. Der legale Opiummarkt dürfte mit über 5.000 Tonnen pro Jahr mittlerweile größer sein als der illegalisierte (siehe Bericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrat (INCB) „Narcotics Drugs &#8211; Estimated World Requirements for 2004“). Die größten Anbauländer legalen Opiums waren im Jahr 2002 Australien (2.300 Tonnen), Frankreich (1.100 t), die Türkei (1.000 t), Indien (550 t) und Spanien (450 t). Warum sollte nicht ein traditionelles Anbauland wie Burma an diesem Geschäft teilhaben?</span></p>
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<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Militärdiktatur in Burma</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> Seit über vierzig Jahren herrscht Bürgerkrieg in Burma. Bis heute ist die Situation verfahren, nicht zuletzt wegen der ethnischen Spaltung des Landes. Rund 70 Prozent der heute ca. 50 Millionen Einwohner des Staates gelten als Burmesen. Die anderen 30 Prozent setzen sich aus etlichen ethnischen Minderheiten zusammen, die meistens in den Höhenlagen der Berge siedeln (so genannte Hilltribes). Darunter bilden die Shan, die Karen und die Mon die größten Gruppen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> 1948 wurde Burma unabhängig von den britischen Kolonialherren, 1962 begann mit einem militärischen Coup die Einparteienherrschaft der Burmesische Sozialisitisches Programm Partei (BSPP)“. In den von den Minderheiten besiedelten Regionen außerhalb Zentralburmas traten verschiedene bewaffnete Gruppen gegen die Regierung in Yangon in den Aufstand. Eine Rolle spielte auch die von China unterstützte Kommunistische Partei Burmas. Gleichzeitig agierten auch die Nationalchinesen der Kuomitang , die sich 1949 nach dem Sieg der chinesischen Kommunisten nach Burma zurückgezogen hatten, Von dort aus versuchten sie Yunnan zurückzuerobern. Um ihren Krieg zu finanzieren, setzten die Kuomitang wie andere aufständische Gruppen auf Opiumproduktion und Heroinhandel.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> 1988 wurden Großdemonstrationen für Demokratie blutig niedergeschlagen. Das Militär bildete den „State Law and Order Restoration Council“ (SLORC) und begann Waffenstillstände mit aufständischen Gruppen zu schließen. 1990 erkannte SLORC das Ergebnis der ersten freien Wahlen nicht an. Eindeutig hatte Nationale Liga für Demokratie (NLD) gewonnen. Zahlreiche Oppositionelle wurden verhaftet. Aung San Suu Kyi, die Führerin der NLD, 1991 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, sitzt seit 1989 mit kurzen Unterbrechungen im Hausarrest.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> 1989 war auch das Jahr, in dem SLORC Burma in Myanmar umbenannte, weil Burma <span> </span>der britische Kolonialname sei. Die Vereinten Nationen erkennen den Namen Myanmar an, während die oppositionelle NLD die Namensänderung ablehnt, da sie undemokratisch zu Stande gekommen sei.1997 nannte sich SLORC selbst in „State Peace and Development Council“ (SPDC) um. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Die ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) hat Burma im Juli 1997 in seine Reihen aufgenommen. und ist dementsprechend zurückhaltend in der Kritik an der fatalen Menschenrechtsituation. 2006 übernimmt Burma voraussichtlich für ein Jahr den Vorsitz des Wirtschaftsverbandes. EU und USA versuchen durch wirtschaftliche Sanktionen und Boykotte Druck auf das Regime auszuüben. Entwicklungsgelder fließen nur zurückhaltend und ausschließlich für Projekte der Grundsicherung von Ernährung und Gesundheit. Vor allem die USA knüpfen generell die Vergabe ihrer Entwicklungsgelder daran, inwiefern sich die jeweilige Staatsregierung im Einklang mit der internationalen Drogenprohibition verhält. Um wenigstens auf diesem Gebiet Punkte sammeln zu können, legt das burmesische Regime nach außen hin Eifer an den Tag. So kommt es zu dem derzeitigen Bauernopfer im Shanstaat.</span></p>
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<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Lorenz Matzat</span></p>
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<p class="MsoNormal"><span lang="DE">Quellen: </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a href="http://www.tni.org/drugs/index.htm" target="_blank">Transnational Institute</a>: Drugs and Conflict in Burma – Dilemmas for Policy Response, Drugs &amp; Conflict Debate Paper No. 9, December 2003</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a href="http://www.shanland.org" target="_blank">Shan Herald Agency for News</a>: Show Business – Rangoon´s ‘War on Drugs’ in Shan State, December 2003, </span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"> <a href="http://www.geopium.org" target="_blank">Geopolitics and Opium</a>, www.geopium.org</span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a href="http://www.unodc.org" target="_blank">United Nations Office for Drugs and Crime</a></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="DE"><a href="http://www.incb.org" target="_blank">International Narcotics Control Board</a>,</span></p>
<p class="MsoNormal">
<p><span style="font-size: 12pt" lang="DE">aus: iz3w, Zeitschrift zwischen Nord und Süd, Nr. 285, Juni 2005</span><strong> </strong></p>
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