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	<title>Internationale Drogenpolitik &#187; Taliban</title>
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	<description>Über Prohibition &#38; Entwicklungspolitik</description>
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		<title>Neues und Altes aus dem Drogenstaat Afghanistan</title>
		<link>http://www.dropo.net/2010/04/neues-und-altes-aus-dem-drogenstaat-afghanistan/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:51:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralasien]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerkrieg]]></category>
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Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan
Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).
Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;Can [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-344" title="afgh" src="http://www.dropo.net/wp-content/uploads/2010/04/afgh.jpg" alt="afgh" width="440" height="330" /></strong></p>
<p><strong>Alfred McCoy: Drogenstaat Afghanistan</strong></p>
<p>Alfred McCoy ist ein Haushaltsname in Sachen Opium. Der US-Professor schrieb 1972 das Buch &#8220;The Politics of Heroin in Southeast Asia&#8221;; eine überarbeite Neuauflage erschien 2003 auf Deutsch:&#8221;Die CIA und das Heroin: Weltpolitik durch Drogenhandel&#8221; (derzeit nicht mehr neu im Buchhandel zu erwerben).</p>
<p>Nun hat McCoy einen langenen Text mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.tomdispatch.com/blog/175225/tomgram%3A_alfred_mccoy%2C_afghanistan_as_a_drug_war__" target="_self">Can Anyone Pacify the World&#8217;s Number One Narco-State?</a>&#8221; veröffentlicht. Dort spricht er einige interessante Aspekte an und zeigt auf, dass die Opiumlandwirtschaft sich wie ein gordischer Knoten um das Land geschlungen hat. Dazu geführt haben demnach u.a.:</p>
<p>- der jahrzehntelange Bürgerkrieg, der die landwirtschaftliche Infrastruktur (Bewässerungssysteme) zerstört und die modernen Waffen, die einen große Teile der Herden töteten</p>
<p>- Da Opiumanbau neumal arbeitsintensiver sei, als Weizenanbau, bot Opium eine sofortige saisonale Arbeitsmöglichkeit für über eine Million Afghanen. In dem zerstörten Land, mit zahllosen Binnenflüchtlingen, seien nur die Opiumhändler in der Lage gewesen, schnell Kapital aufzutreiben und Kredite zu vergeben.</p>
<p><span id="more-340"></span></p>
<p>McCoy sieht nur eine realistische Möglichkeit, Afghanistan aus dem heutigen Schlamassel zu befreien: Den Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur durch sehr viele kleine Projekte, um Nahrungspflanzen als Alternative zu Opium zu etablieren. Ein Drogenstaat, so McCoy, sei nur zu befrieden, wenn er kein Drogenstaat mehr ist.</p>
<p><strong>Die Legende vom Opium-Bann</strong></p>
<p>Immer wieder wird im Zusammenhang mit Afghanistan und Taliban auf den Opium-Bann von 2000 verwiesen. Den hätte die Taliban-Führung damals verfügt, um international an Reputation zu gewinnen. Dies entlarvte Romesh Bhattarchiji, ehemaliger Leiter der indischen Drogenbehörde CBN in einem Beitrag von 2002 als Mythos: &#8220;<a href="http://www.frontlineonnet.com/fl1919/19190660.htm" target="_blank">The narco-politics of Afghanistan</a>&#8220;.</p>
<p>Vielmehr, so Bhattarchiji, habe es ein Interesse westlicher Firmen gegeben, das Ansehen des Taliban-Regimes zu verbessern, um der Öffentlichkeit ein Pipeline-Projekt durch das Land besser schmackhaft machen zu können. Die Taliban, spekulierten wohl tatsächlich auf Entwicklungsgelder und internationale Anerkennung und nutzen die Dürre, die das zweite Jahr in Folge anhielt, um Delegationen der UN und Geberstaaten unbestellte Opiumfelder zu zeigen. Die Taliban nutzen den Bann also eher nach dem Prinzip der potemkischen Dörfer. Dass die Wahrnehmung der UN-Drogenbehörden eher von Wunschdenken als harten Fakten geprägt ist, dürfte ebenfalls eine Rolle gespielt haben.</p>
<p>Ob Bann oder Dürre, die Ernteausfälle hatten enorm schlimme Folgen für die Opiumbauern- und bäuerinnen. Das beschrieb Martin Jelma vom  niederländischen Transnational Institute im Jahr 2005: &#8220;<a href="http://tni.org/archives/archives_jelsma_taliban" target="_blank">Learning Lessons from the Taliban Opium Ban</a>&#8220;. In den Jahren 2000/2001 sei das informelle Banksystem zusammengebrochen, was zu einer anhaltenden Verschuldung vieler tausend Bauernfamilien geführt hätte; die die Zurückzahlung ihrer Kredite um ein Jahr verschieben mussten. Um die Schulden zu tilgen, seien Vieh, aber auchTöchter verkauft worden. Und, um Geld einzunehmen, wurde Ende 2001 mit vollem Schwung wieder Opium angebaut.</p>
<p><strong>Afghanistan Cannabis Survey 2010</strong></p>
<p>Ende März 2010 hat UNODC den Cannabis Report 2009 (<a href="http://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Afghanistan/Afghanistan_Cannabis_Survey_2009.pdf" target="_blank">pdf</a>, Engl.) für Afghanistan vorgestellt. Die Pflanze wächst dort in freier Wildbahn. Und wird, kaum überraschend, im großen Stil angebaut. Zwischen 1,500 bis 3,500 Tonnen Ernte würde im Jahr eingefahren. Das Nettoeinkommen aus der Ernte eines Hektar Cannabis sei mit 3.300 Dollar höher als das aus dem Anbau von Opium (2.000 Dollar). Trotzdem würde  weiterhin lieber Opium angebaut; Opiumanbau ist zwar arbeitsintensiver, die Pflanze wächst aber im wasserreichen Winter &#8211; und Opium lässt sich länger lagern. Die Cannabispflanze dagegen müsste im trockenen Sommer angebaut werden und das Ernteprodukt sei nicht so haltbar.</p>
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		<title>Zweifel an UN-Bericht zur afghanischen Drogenökonomie</title>
		<link>http://www.dropo.net/2009/12/afghanistan-zweifel-an-un-bericht-zur-drogenoekonomie/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 14:25:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[UNODC]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Geldwäsche]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>

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		<description><![CDATA[Der hier im Blog bereits erwähnte Bericht &#8220;Addiction, Crime, and Insurgency:  The Transnational Threat of Afghan Opium&#8221; wurde vor einiger Zeit auf der Website &#8220;Foreign Policy in Focus&#8221; ausführlich kritisiert: Dass der Handel mit Opium und Heroin, der laut dem Bericht vor allem den Taliban zu Gute käme, sei eine unvöllständige Darstellung. Zwar werde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-289 alignright" title="drugmarket" src="http://dropo.net/wp-content/uploads/2009/12/drugmarket.png" alt="drugmarket" width="322" height="371" />Der <a href="http://dropo.net/2009/10/un-report-drogenoekonomie-und-taliban/" target="_self">hier im Blog</a> bereits erwähnte Bericht &#8220;Addiction, Crime, and Insurgency:  The Transnational Threat of Afghan Opium&#8221; wurde vor einiger Zeit auf der <a href="http://www.fpif.org/fpiftxt/6553" target="_blank">Website &#8220;Foreign Policy in Focus&#8221; ausführlich kritisiert:</a> Dass der Handel mit Opium und Heroin, der laut dem Bericht vor allem den Taliban zu Gute käme, sei eine unvöllständige Darstellung. Zwar werde der Bericht so interpretiert, dass vor allem der Drogenanbau- und handel zu stoppen sei, um die Taliban zu bekämpfen. Doch räume der Bericht genau das Gegenteil ein, so Julien Mercill: Ein Reduktion der Drogenökonomie würde nur &#8220;minimale Auswirkungen auf die strategische Bedrohung durch die Aufständischen&#8221; haben: die Taliban würden &#8220;bedeutende finanzielle Unterstützung von Gebern aus der ganzen Welt&#8221; erhalten &#8211; Beiträge die die Drogengelder völlig in den Schatten stellen würden.</p>
<p><span id="more-270"></span></p>
<p>Gerade einmal vier Prozent der afghanischen Einnahmen durch den Drogenhandel &#8211; insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar so die Schätzungen &#8211; gingen an die Taliban; etwa 20 Prozent verdienten die Bauern, heißt es in dem Bericht &#8220;UN Report misleading on Afghanistan&#8221;, der sich auf besagten UN-Report bezieht. Die restlichen 75 Prozent, &#8220;werden von Regierungsbeamten, der Polizei, lokalen und regionalen Mächtigen und Händlern eingenommen &#8211; kurz gesagt, viele der Gruppen die nun von den Vereinigten Staaten und der NATO unterstützt (oder toleriert) werden, sind wichtige Akteure im Drogenhandel&#8221;.</p>
<p>Mercill hatte im Oktober die bekannte afghanische <a href="http://www.fpif.org/articles/interview_with_malalai_joya" target="_blank">Politikerin Malalai Joya interviewt</a>, die zum Thema Drogen unter anderem folgendes äußerte: &#8220;Was arme Afghanen und die Taliban durch die Drogen verdienen, ist wie ein Tropfen im Ozean. Niemand, der klar im Kopf ist, kann glauben, dass eine Supermacht unterstützt von 40 Ländern wirklich nicht in der Lage ist, die Opiumproduktion zu stoppen &#8211; während die kleinen, ignoranten und rückständigen Taliban es 2001 einfach mit einem Bann belegen konnten und die Produktion auf 185 Tonnen reduzieren konnten. Unter den Vereinigten Staaten und seinen Verbündeten produziert Afghanistan nun 8.500 Tonnen.&#8221;</p>
<p>In seinem Artikel zu dem UN-Report macht Mercill auch darauf aufmerksam, dass von den schätzungsweise 65 Milliarden US-Dollar Umsatz mit (illegalisierten) Opiaten wie Heroin maximal zehn Prozent durch informelle Banksysteme gewaschen würden. Stattdessen würde der überwiegende Teil  durch legale Handelsaktivitäten und Banksysteme in den offiziellen Geldkreislauf eingespeist. Der Chef der Drogenkontrollbehörde <a href="http://www.unodc.org/unodc/index.html" target="_blank">UNODC</a> &#8211; Antonio Maria Costa &#8211;  hatte bereits im diesjährigen Drogenweltbericht darauf hingewisen: Einige Banken seien durch Drogengelder gerettet worden &#8211; &#8220;In Zeiten einer bedeutenden Bankkrise, glauben Banker wohl, dass &#8216;Geld nicht stinkt&#8217; &#8220;, so Costa. Er <a href="http://www.guardian.co.uk/global/2009/dec/13/drug-money-banks-saved-un-cfief-claims">bekräftigte diese Aussage</a>n unlängst gegenüber dem britischen Observer.</p>
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